PREDIGT 2. So im JK (B)

1 Sam 3,3b-10.19 + Joh 1,35-42

Liebe Schwestern und Brüder, liebe Kinder, liebe Jugendliche!
„Was sucht ihr?“ (Joh 1,38) – diese Frage Jesu aus dem heutigen Evangelium geht auch an uns: „Was sucht Ihr? Was ist Eure Sehnsucht?“
Wir wollen, dass endlich wieder ein „normales“ Leben möglich ist, ohne Corona – oder dass wir mit Corona einigermaßen gut leben können. Wir wollen uns wieder „normal“ treffen können ohne Alltagsmaske und ohne Besuchsbeschränkungen. Hoffentlich ist alles bald vorbei – solche Antworten höre ich bei vielen Telefonaten in diesen Tagen. Allen geht es um gelebte und gelingende Beziehungen, um gelingendes Leben: den Singles und Witwe(r)n fehlt oft ein Gegenüber – „ich habe niemanden, der wirklich da ist“; den Schülerinnen und Schülern (und auch Lehrern) fehlt der direkte Kontakt – „ich hatte schon am ersten Tag homeschooling nach den Ferien ‚die Schnauze voll‘“; sie stehen vor einer ungewissen Zukunft – „was ist mein Schulabschluss in diesem Jahr schon wert“; Alleinerziehende, Familien und kleine Betriebe kämpfen um ein Durch- und Auskommen im Alltag – „wie sollen wir das (finanziell) nur schaffen“; alte Menschen, die nicht mehr raus kommen, fühlen sich einsam. Viele Menschen unterschiedlichen Alters können nicht mehr; sie sind am Ende ihrer Kräfte, niedergeschlagen, manche auch des Lebens müde. Viele haben das verordnete social distancing satt – gerade im lockdown geht es doch darum, die Sozialkontakte aufrecht und lebendig zu erhalten. Unsere Zeit braucht daher ein physical distancing – eine Einschränkung (und nicht eine Dauerunterbrechung!) der face-to-face-Kontakte, der Direktbegegnungen, um die Übertragung von Corona stark einzuschränken – bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung der mitmenschlichen Nähe, des einander nahe Seins und Mitfühlens, des geteilten Lebens.
Die beiden Männer die Jesus folgen, suchen seine Nähe – eine für sie le-benswichtige Einzelbegegnung, kein Massenansturm. Jesus weist sie nicht ab, sondern fragt bewusst offen: „Was sucht ihr?“ (Joh 1,38). Sie wollen sehen, wo und wie Jesus lebt; sein Lebensumfeld wollen sie kennenlernen; wollen sehen was ihm wichtig ist, mit ihm reden, bei ihm sein – vorerst (noch nicht) dauerhaft, sondern für ein paar Stunden. Ein wichtiger Kon-takt von Mensch zu Mensch, der entscheidend ist für ihr weiteres Leben und der alles verändert: „Wir haben den Messias gefunden“ (Joh 1,41).
Suchen, was mein Leben lebenswert macht, und sich dafür ganz bewusst auf den Weg machen und sich Zeit dafür nehmen, können wir von den beiden Männern lernen. Diese Nachfolge Jesu und auch unser Weg mit Je-sus braucht immer wieder die direkte Begegnung mit IHM, um dann im Alltag – „in der Distanz“ – in der Christus-Beziehung zu leben.
Einen zweiten Aspekt der derzeit so wichtigen sozialen Beziehung und Offenheit füreinander zeigt die Lesung auf: Der mehrmals aus dem Schlaf gerissene Eli reagiert nicht verärgert, als Samuel in erneut aufweckt. Eli lässt sich stören und reagiert nicht abweisend. Er erträgt geduldig die Un-terbrechung seines Schlafes und nimmt sich Zeit für seinen Schüler Sa-muel. Allmählich erkennt Eli, dass Gott den Samuel angesprochen hat und rät Samuel, wie er sich beim „Anruf Gottes“ verhalten soll.
Von Eli und Samuel kann ich lernen, wachsam zu sein für die Zeichen und Stimmen der Zeit – Störungen oder Anrufe von Mitmenschen nicht lästig abzuwimmeln, sondern mir Zeit für ihre Anliegen nehmen – im (mit-)geteilten Leben Tieferes und vielleicht sogar die „die Spuren Gottes“ entdecken. Dabei kann mir auch die Kommunikation zwischen den Generationen helfen – Samuel hätte ohne Elis Rat, aus dem seine eigene Gotteserfahrung und Lebensweisheit spricht, nie die ihn beim Namen rufende Stimme einordnen und sich dem Ruf Gottes und der Berufung durch Gott stellen können: „Rede, denn dein Diener hört“ (1 Sam 3,10).
Es geht in dieser Corona-Zeit nicht nur ums Deuten der Zeichen und Stimmen der Zeit, sondern vor allem ums Zeigen dessen, was trägt, und lebensdienlich ist: Johannes weist zwei seiner Jünger auf Jesus hin – er hält sich nicht selbst für „den Besten“ und bindet die Jünger nicht krampfhaft und klammernd an sich – er kann sie guten Gewissens gehen lassen – zu und mit Jesus. Und auch Andreas und der namenlose Zweite, die in Jesus den Messias entdeckt und erkannt haben, behalten diesen Wissen nicht egoistisch für sich – sie teilen es mit Petrus und führen ihn zu Jesus.
Das Positive, das mich trägt im (Glaubens-)Leben, das mit Halt gibt, mich stützt und mir Lebendigkeit schenkt, das mich in dieser schweren Corona-Zeit (durch)trägt, das mir hilft zu leben und zu glauben und mir Hoffnung und Lebensmut schenkt, darauf soll ich meine Mitmenschen hinwiesen und es ihnen zeigen – das ist meine Berufung als Christin und als Christ: Dem Leben auf der Spur – das Leben finden – das Leben leben und es mit anderen teilen, dazu bin ich, dazu sind wir berufen. AMEN.

Hier noch zwei vertiefende Liedlinks:
– Suchen und fragen: https://www.lieder-vom-glauben.de/wo-wir-dich-loben-wachsen-neue-lieder-nr-82/
– Herr, du bist mein Leben: https://www.youtube.com/watch?v=X5eUNQWqAQk

PREDIGT Fest Taufe des Herrn (B)

Jes 42,5a.1-4.6-7 + Mk 1,7-11

Liebe Schwestern und Brüder, liebe Kinder, liebe Jugendliche!
In den vergangenen Tagen habe ich mehrmals einen Kirchenraum besucht, der mich nicht nur angesprochen, sondern mich „umarmt“ hat. Der Raum hatte stark gedimmtes Licht – das Licht kam woanders her: Um das auf Stroh gebettete Kind waren Kerzen aufgestellt; sie verbreiteten ein warmes, angenehmes, ja einladendes Licht. Diese Kerzen griffen dabei die Geste der ausgebreiteten Arme des Kindes in der Krippe auf – der Arme des Kindes, die sich mir entgegenstreckten, die Beziehung und Annahme suchten. Wie große leuchtende Arme griffen die Kerzen in den Raum; sie umfingen, ja sie „umarmten“ jeden Besucher und Beter mit Licht. Die ausgebreiteten Licht-Arme sagten ohne Worte: Willkommen! Schön, dass du da bist! Komm zu mir und bleib hier und lass dich umarmen mit Licht, mit Wärme mit Liebe! Eine wohltuende Botschaft, die das Kind in der Krippe, die der Mensch gewordene Gott mir zuspricht.
Ich habe dich gern! Zu mir kannst Du kommen auch mit Sorgen und Fra-gen, auch mit all dem was dich traurig und dein Leben dunkel und dir Angst macht! Lass dich umarmen mit Licht, mit Wärme mit Liebe! Ich stehe hinter dir und stehe für dich ein. Eine Botschaft, die uns allen gut tut – und die wahr ist, weil wir wissen, dass Gott in Jesus Christus auf unserer Seite steht, nicht nur als Kind in der Krippe, sondern auch als Erwachsener.
Wir Menschen brauchen dieses Angenommensein, diese mitmenschliche Wärme, diese Geborgenheit, dieses zweckfreie Wohlwollen – gerade im grauen Winter, wo die Sonne oft tagelang nicht hinter dem trüben Wolken-schleier hervortritt, gerade jetzt im verschärften lockdown, der vielen an die Substanz geht und mental viel abverlangt, sind Kerzen und wärmendes Licht, ein „offener Himmel“ mit seinen umarmenden Sonnenstrahlen, of-fenherzige Menschen und wohltuende Worte – gelesen oder noch besser zugesagt – und eine Atmosphäre, die trotz Abstand Nähe spüren lässt, wichtig und notwendig. Sie geben Kraft und Zuversicht in der aktuellen Si-tuation und machen Mut auch für Wege und Zeiten, die vor einem liegen.
Jesus begegnet uns heute am Ende der Weihnachtszeit als Erwachsener – er ist nicht mehr das kleine Kind in der Krippe; er ist groß geworden und steht vor einer neuen Aufgabe: in aller Öffentlichkeit soll er Gott bezeugen. Nie-mand wird ihm glauben, warum auch – er gilt als Sohn des Zimmermanns, er war kein Schrift- und Gesetzeslehrer; er war ein einfacher junger Mann. Johannes, der bekannte Rufer in der Wüste, weißt auf Jesus hin: „der ist stärker als ich; ich bin es nicht wert, mich zu bücken und ihm die Riemen der Sandalen zu lösen. Ich habe euch mit Wasser getauft, er aber wird euch mit dem Heiligen Geist taufen“ (Mk 1,7). Johannes weist von sich weg und auf Jesus hin – und baut so eine Erwartungshaltung und einen Druck auf: Er wird euch eine andere Kraft geben, die Kraft aus der Höhe, Heiligen Geist. Nach menschlichem Ermessen ist das eine Überforderung und eine Über-lastung für jeden, auf dem sie lastet. Jesus läuft nicht weg, sondern zu Johannes hin, der auf ihn hingewiesen hat. Er lässt sich von ihm taufen – mit Wasser; mehr hat Johannes nicht zu geben – und Gott gibt das seine hinzu: Er öffnet den Himmel für das seine – Heiligen Geist – den Jesus an die Menschen weitergeben wird. Und Gott macht klar, wer dieser Jesus ist: „Du bist mein geliebter Sohn, (Mk 1,11) und damit Sohn Gottes. Du bist der, auf den Johannes hingewiesen hat. „An dir habe ich Wohlgefallen gefunden“ (Mk 1,11) – ich habe dich gern, du bist ja mein Sohn. Ich bin bei dir. Ich stehe hinter dir und dir bei – bei allem, was vor dir liegt.
Ein offener Himmel, ein Lichtblick, die Umhüllung mit Heiligem Geist, die Umarmung durch Gottes wohlwollenden Zuspruch und Annahme als Sohn – das gibt Kraft und Mut, für den Weg, den Jesus bis an Kreuz und durch das Kreuz zu neuem Leben führen wird. Dieser offene Himmel, der Lichtblick, die Umhüllung mit Heiligem Geist, die Umarmung durch Got-tes wohlwollenden Zuspruch und Annahme als geliebte Tochter und als geliebter Sohn ist uns allen bei unserer Taufe geschenkt – Kraft und Mut für unser Leben als Christinnen und Christen im Zeichen des Kreuzes.
Wenn wir aus dieser Kraft leben und unser Leben aus der Taufgnade ge-stalten, ist es gut für uns und wertvoll für andere Menschen. Wir vertrauen auf und leben aus dem Heiligen Geist, der nicht zerstört, sondern aufrich-tet, der umarmt und schützt, der Lebensmut und neue Lebensperspektiven schenkt (vgl. Jes 42,3.6-7). Der uns in der Taufe geschenkte Heilige Geist ist Gottes Zusage, dass er uns liebt und immer er an unserer Seite ist. AMEN

 

Zum Ende der Weihnachtszeit schließt sich nämlich ein theologischer Bogen vom
adventlichen „O Heiland, reiß den Himmel auf“: https://www.youtube.com/watch?v=8AWhXZgjWg8
hin zum offenen Himmel bei der Taufe Jesu: „Lobt Gott, ihr Christen“: https://www.youtube.com/watch?v=x6kZFblDDVU
sowie zum Himmel, der uns bei unserer Taufe und für immer offen steht: https://www.youtube.com/watch?v=6o4CU2UkNFM

DREIKÖNIGSFEST IN ST. FRANZISKUS

Am 6. Januar, dem Hochfest der Erscheinung des Herrn, fand in der Pfarrkirche St. Franziskus ein feierlicher Gottesdienst statt. Pfarrer Dieter Jung zog wegen der Corona-Regeln nur mit einer Königin und einem König ein. Bei der Begrüßung sagte er,  dass nur zwei Sternsinger am Altar wären, aber alle Gottesdienstbesucher heute Königinnen und Könige seien.

In seiner Predigt bemerkte Pfarrer Jung, dass ihm beim Aufstellen der Hl. drei Könige aufgefallen sei, dass die Krippe eigentlich zu wenig Platz habe für alle Figuren. Dies komme daher, weil sich bei der Krippengestaltung verschiedene theologische Richtungen überlagern. Bei Lukas dominiert z. B. der soziale Aspekt. Wenn im Stall neben der Krippe Hirten und Engel aufgestellt werden, sollte dies als Zeichen der Hoffnung für die Armen gelten. Der Evangelist Matthäus hingegen betont im Hinblick auf das Jesuskind die Allmacht, die im Kleinen und Verborgenen liegt. Drei Weise aus dem Osten folgen einem Stern. Sie wagen den Aufbruch. Gleichzeitig ermutigen sie uns zum Aufbruch, um den Retter und den Mensch gewordenen Gott zu suchen. Jede/r sollte sich fragen: Wer ist Gott für mich?

Pfarrer Jung informierte, dass die Könige in der Krippe im Laufe der Jahrhunderte auch Änderungen erfuhren. So wurden im 12. Jh. die verschiedenen Lebensalter dargestellt. „Heute müsste man auch Frauen in die Krippe stellen,“ forderte Jung. Die traditionellen Königsfiguren tragen verschiedene Hautfarben. Damit sollten die unterschiedlichen Kontinente angedeutet werden, aus denen die Weisen kamen, um das Jesuskind anzubeten. Das viel diskutierte  „blackfacing“ stellt all dies in Frage. Manche Gemeinden entfernten daher Caspar, den schwarzen König, aus der Krippe. Pfarrer Jung bezeichnete dieses Vorgehen als fatal. Wenn sich nur weiße Könige in der Krippe befinden würden, dann könnte man das als rassistisch bezeichnen. Es würde dem Sinn des Evangeliums nicht entsprechen. Caspar wird nicht als „dummer Mohr“, als Sklave oder Lastenträger abgebildet, sondern seine Figur ist würdevoll und schön und königlich gestaltet. Die verschiedenen Hautfarben der Könige in der Krippe sind Zeichen der Wertschätzung aller Menschen und Offenheit für alle Kulturen. Christus ist für alle Menschen in die Welt gekommen. Er will alle Menschen retten.

Die Weihnachtslieder fielen trotz Gesangsverbot nicht aus, sondern sie fielen nur anders aus. Das Lied „Gloria, gloria, in excelsis Deo“ sang Pfarrer Jung mit Barbara Scheafer im Duett, selbstverständlich mit dem gebotenen Abstand. Auch weitere Weihnachtslieder wurden als Sologesang oder im Duett gekonnt dargeboten. Zusammen mit dem Orgelspiel von Martin Wolfers-Mildner sorgten die Gesänge für eine weihnachtlich-stimmungsvolle Atmosphäre.

Zum Schluss der Hl. Messe segnete Pfarrer Jung den Weihrauch und die Segensaufkleber für die Türen. Caspar, Melchior und Balthasar konnten in Schwarzenbach nicht wie gewohnt von Haustür zu Haustür ziehen. Stattdessen wurden vom Sternsinger-Team ca. 3000 Briefe mit Segensbändchen und -aufklebern an die Schwarzenbacher verteilt. Spenden können überwiesen oder im Pfarrbüro abgegeben werden. Sie kommen bedürftigen Kindern in aller Welt mit Schwerpunkt Ukraine zugute. Pfarrer Jung bedankte sich bei Barbara und Hermann Knoblich, die zusammen mit dem Sternsinger-Team einen überragenden Einsatz gezeigt haben.

 

PREDIGT Erscheinung des Herrn (B)

Jes 60,1-6 + Mt 2,1-12

Liebe Schwestern und Brüder, (liebe Königinnen und Könige)!

Da stimmt was nicht an unsere Krippe: das Kind in der Krippe, Maria und Josef, der Engel, die Hirten mit den Schafen und die Könige mit den Pack-tieren – viel zu viele Personen auf engstem Raum – nicht nur in Corona-Zeiten; es bräuchte Beschränkungen, jeweils eine Gruppe bzw. ein Haus-halt, der mit dem gebotenen Abstand zur Familie zu Besuch kommt.
Das Zuviel an Personen kommt durch die Vermischung der unterschied-lichen Erzählungen rund um die Geburt Jesu in den Evangelien: die Ge-burtserzählung von Lukas mit dem Stall von Bethlehem, den Engeln bei den Hirten, die dann in der Nacht zur Krippe geeilt sind: Rettung und Hoffnung für die Armen auf ein besseres Leben ist ein Schwerpunktthema bei Lukas; Matthäus dagegen schreibt ganz anders – nicht von einem Stall ist die Rede und von Hirten und Engeln schon gar nicht, sondern von einem Haus, zu dem ein Stern die Sternkundigen leitet: Weise Menschen „aus dem Osten“ kommen zum neugeborenen Kind; es geht um königliche Macht und um Weisheit. Beides ist nicht im Königspalast in Jerusalem zu finden – hier herrscht Herodes, der mit aller Gewalt und List seine Macht erhalten will und sie damit letztlich missbraucht. In der Ohnmacht des Neugeborenen zeigt sich dagegen für die „Weisen aus dem Morgenland“ Gottes Allmacht, sein Königtum und seine Weisheit.
Wir stellen in die Krippe die verschiedenen Figuren der biblischen Er-zählungen, die eine jeweils andere theologische Bedeutung haben, die sagen, WER dieser Jesus Christus für sie ist. Mein Patenkind hat einmal einen Spielzeugaffen in die Krippe gestellt – eine Figur aus ihrer kindli-chen Lebenswelt stand somit in der Krippe. Ich gehöre zu Jesus – und er gehört zu mir – ich teile mein Spielzeug mit dem Kind in der Krippe.
Der/die Engel und der Stern sind Figuren und Zeichen des Himmels, sind Boten und Werkzeuge Gottes. Sie ermutigen Menschen zum Aufbruch, zur Suche nach dem Retter, dem neuen König, dem Mensch gewordenen Gott.
Die Krippenfiguren haben sich im Lauf der Zeit verändert:
+ Aus den Sterndeutern wurden durch theologische Deutung im 2./3. Jh. n. Chr. Könige. Wegen der genannten, wertvollen Gaben, Gold Weihrauch und Myrrhe (vgl. Mt 2,11) hat man die Dreizahl der Könige angenommen – wie viele es genau waren, weiß niemand.
+ Diese Könige wurden ganz unterschiedlich dargestellt: ab dem 12. Jh. auch als die drei Lebensalter: einer als Jüngling, einer als Mann und einer als Greis. Jeder, egal welchen Alters, ist eingeladen zu Jesus zu kommen – auch Frauen, die damals noch nicht so im Blick waren. Daher sind bei modernen Krippen auch Königinnen dabei – wie auch bei den Sternsingern, die heuer nicht von Haus zu Haus ziehen können.
+ Die Könige wurden teilweise mit unterschiedlichen Hautfarben dar-gestellt. Entgegen der biblischen Erzählung repräsentierten sie nicht ein bestimmtes Land (vgl. Mt 2,12), sondern verschiedene Erdteile – die Völker der Erde kommen zum Mensch gewordenen Gott.
+ Auch die Sternsinger sollen sich verändern: Keiner soll mehr „der Schwarze“ sein; die sogenannte blackfacing-Debatte kocht immer wieder rund um den Dreikönigstag hoch. Zum Hintergrund: Im 18./19. Jh. haben sich Weise die Haut schwarz gefärbt, um andere Nationalitäten nachzuahmen, sie nicht nur dumm aussehen, sondern auch dumm daherreden zu lassen, sie abzustempeln als Menschen zweiter Klasse – das war und ist Rassismus pur. Der „zwarte Piet“, der Gehilfe des Nikolaus in den Niederlanden, wird daher teils sehr kritisch gesehen.
+ Der „schwarze König“ als Krippenfigur oder Sternsinger hat rein gar nichts mit Lustigmachen oder Rassismus zu tun; der „Schwarze“ ist nicht Sklave oder dummer Lastenträger, sondern hat die gleiche Würde wie alle anderen Könige – Zeichen der Wertschätzung, der Inklusion und Offenheit für alle Menschen, alle Nationalitäten und Kulturen.
+ Das „im Schrank lassen“ oder „Wegnehmen“ des „schwarzen Königs“ – wie einige auch kirchliche Gruppen es fordern – wäre fatal: Rassismus und Nationalismus – dann kämen nur „europäisch“ oder „arisch“ aussehende Könige zu Jesus; alle anderen Nationalitäten wären ausgeschlossen und (willentlich!) ausgegrenzt – wenn wir so handeln würden, wären wir wirklich rassistisch, diskriminierend und dumm.
+ Die Krippenfiguren verschiedener Hautfarbe stehen für die Vielfalt der Nationalitäten: alle sind eingeladen, zu Jesus Christus zu kommen – ohne Zwang; aber auch ohne irgendjemanden auszuschließen! Dafür ist Jesus Christus zur Welt gekommen: für alle Menschen!
+ Das heutige Hochfest, das im Volksmund „Dreikönig“ heißt, trägt den Namen „Erscheinung des Herrn“. Hoffentlich geht uns ein Licht auf, worauf es wirklich ankommt, wenn wir dieses Fest feiern: Jesus Chris-tus ist geboren; er ist das Licht, das nicht exklusiv einem Volk, sondern allen Völkern und allen Menschen leuchtet (vgl. Tagesgebet). AMEN

Hier noch vertiefende Liedlinks:
– Ein Kind geborn zu Bethlehem (GL 767): https://www.youtube.com/watch?v=5kNdgh_1tAo
– Stern über Bethlehem (GL 261): https://www.youtube.com/watch?v=bqmeI6q0Z3U
– Gottes Stern leuchte uns (GL 259)

Ihnen allen und Ihrem Haus(stand) Gottes Segen – werden Sie zum Segen!
20 * C + M +B + 21

 

PREDIGT 2. So n. Weihnachten (B)

Eph 1,3-6.15-18 + Joh 1-18

Liebe Schwestern und Brüder!
Die weihnachtliche Festzeit ist von Lieder geprägt, von Liedern, die von Herzen kommen und zu Herzen gehen, von Liedern, die zum Mitsingen einladen: „Nun freut euch, ihr Christen, singet Jubellieder“ (GL 241) – „In dulci jubilo, nun singet und seid froh“ (GL 253) – „Auf, Christen, singt festliche Lieder“ (GL 765) – „Singen wir mit Fröhlichkeit“ (GL 770). Diese Lieder gehören zu Weihnachten dazu. Aufgrund der aktuellen Beschränkungen können wir sie nicht gemeinsam singen – vielen fällt das schwer; das sehe ich immer wieder in den Gesichtern während der Gottesdienste. Gott sei Dank dürfen die Weihnachtslieder von Einzelpersonen gesungen werden – und wir können sie hören und uns Melodie und Text zu Herzen gehen lassen. In den Liedern klingt das Weihnachtsgeheimnis ganz zart in unseren Herzen an und eine leise innere Fröhlichkeit und Freude durch-tönt uns. Innerlich können wir die Lieder von Herzen mitsummen – das ist ja erlaubt und nicht verboten. Wir sind dann keine passiven Zuhörer mehr, sondern summend aktiv mit dabei und geben der Weihnachtsfreude und unserem Glauben Ausdruck – in einer Form, die möglich ist.
Auch in den heutigen biblischen Texten klingen Lieder an und wirken nach: zwei Hymnen auf Jesus Christus, die besingen, wer Jesus Christus ist:1 ER ist das Wort. Dieses Wort war verborgen in Gott. Ja, das Wort war Gott – es war der verborgene Gott. Da ist zunächst Stille – diese Stille ist nötig, damit das Wort wirken kann und nicht überhört wird. Gott behält sein Wort aber nicht für sich: Er teilt sich mich und spricht es aus – das Wort Gottes kommt in die Welt und wirkt in der Welt: „Es werde“ – das göttliche Wort bewirkt Licht und Leben von Anfang an (vgl. Gen 1,1-2,3). An diesen Anfang der Geschichte Gottes mit den Menschen erinnert das Johannesevangelium: „Im Anfang war das Wort“ (Joh 1,1). Das von Gott ausgesprochene Wort, sein in die Welt gesandtes Licht, wirkt und bewirkt eine Antwort: Viele Menschen lehnen es ab – einige nehmen es auf. Der Evangelist Johannes schreibt sehr allgemein: „Allen, die [das Wort, die Jesus Christus,] aufnahmen, gab [Gott] Macht Kinder Gottes zu werden, allen, die an seinen Namen glauben…“ (Joh 1,12). Andere Evangelisten sind dagegen ganz konkret und nennen Maria als diejenige, die von Gott angesprochen wird: Maria nimmt dieses Wort Gottes an – wenn sie auch anfangs Fragen und Zweifel hat, wie und was das Wort Gottes bewirken kann. Maria nimmt das Wort Gottes in sich auf und sie nimmt es sich zu Herzen. Das Wort Gottes geht ihr in Fleisch und Blut über und wird durch das Wirken des Heiligen Geistes Mensch in Maria. Maria besingt dieses Wunder der Menschwerdung Gottes im Evangelium nach Lukas in ihrem Lobpreis, im Magnificat. Maria besingt darin, wie Gott an ihr gewirkt hat und wie Gott in der Welt wirkt und was er bewirken will (vgl. Lk 1,46-55). Das in Maria Mensch gewordene Wort bekommt so eine Stimme und eine Klang, noch bevor Jesus Christus von Maria geboren wird. Er, das Fleisch gewordene Wort Gottes, Jesus Christus, setzt dann dieses Wort Gottes in die Tat um – „und wir haben seine Herrlichkeit geschaut, die Herrlichkeit des einzigen Sohnes vom Vater, voll Gnade und Wahrheit“ (Joh 1,14). In Jesus Christus ist Gott(es Wort) sichtbar und hörbar: Er, der „am Herzen des Vaters ruht, er hat Kunde gebracht“ (Joh 1,18). Er hat den Herzschlag Gottes gehört, das Leben erlauscht, diesen Klang in sich aufgenommen und weitergesagt. Jesus Christus spricht aus, was in Gottes Herzen ist: „Ich liebe dich, du Welt und du Mensch“ (Karl Rahner).
Das Johannesevangelium nennt Maria nicht explizit und nicht exklusiv: Wir alle können das Wort Gottes in uns aufnehmen. Das Wort Gottes kann in uns wachsen und in uns Mensch werden: „allen, die ihn aufnahmen, gab er Macht Kinder Gottes zu werden“ (Joh 1,12) – und zu verstehen, „zu welcher Hoffnung wir durch [Jesus Christus] berufen [sind… und] welchen Reichtum [… er uns] schenkt“ (Eph 1,18). Wie Maria dürfen wir guter Hoffnung sein und das Leben mit Gott wagen. Durch unsere Antwort im Leben und im Glauben und durch unser Leben sollen wir Hoffnungsträger und Boten des Lichtes sein und werden – keine Bedenkenträger und keine düstere Gestalten. Darum geht es: „Nehmt die Melodie Gottes in euch auf!“ (Ignatius von Antiochien), die Melodie der Liebe, die Gott uns in Jesus Christus schenkt, – und geben wir diese Liebe weiter, in Wort und Tat. AMEN.


1 Die Leseordnung Eph 1,3-6.15-18 verkürzt leider das großartige Christuslied Eph 1,3-14.

PREDIGT Fest der Hl. Familie (B)

Gen 15,1-6; 21,1-3 + Lk 2,22-40

Liebe Frauen, Männer, liebe Kinder und Jugendliche!

„Der Stern des Glückes zeigt sich dort, wo wir uns einsetzten für das, was wirklich zählt…“, stand auf der Weihnachtskarte, die ich von meinem Bruder und seiner Familie bekommen habe, und die dem Weihnachtspaket beigelegt war: „Der Stern des Glückes zeigt sich dort, wo wir uns einsetzten für das, was wirklich zählt…“ – auf der Karte war auch ein Foto von der Familie meines Bruders abgedruckt. „Der Stern des Glückes zeigt sich dort, wo wir uns einsetzten für das, was wirklich zählt…“, ein Satz, über den ich in den vergangenen Tagen viel nachgedacht habe. Was zählt in meinem Leben – was ist lebenswichtig? Wofür setze ich mich ein? Wo zeigt sich der Stern des Glückes für mich?
Um die Sterne zu sehen, muss man den Kopf heben und in den Himmel schauen. Sie leuchten auch dann, wenn die Lichter in den Wohnungen und Fenstern längst verloschen sind. Ein nächtlicher Gang auf die Terrasse oder den Balkon – wir haben ja Ausgangssperre! – kann so zu einer Sternstunde werden: in einer sternenklaren Nacht strahlen in der Dunkelheit die Sterne – nicht nur einer, sondern viele… Es lohnt sich in diesen Tagen über Sternstunden und Lichtblicke im Leben nachzudenken, über das was wirklich zählt, darüber, was wirklich glücklich macht.
Blicken wir auf Abram1 und Sara und Sternstunden in ihrem Leben: Im Vertrauen auf Gott wagten sie den Aufbruch in eine unbekannte Zukunft – ausgestattet nur mit Gottes Segen. Gott hatte ihnen eine neue Heimat und Nachkommen versprochen (vgl. Gen 12,1-9).
In diesem Gottvertrauen waren Abram und Sara aufgebrochen. Eine neue Heimat hatten sie mit Gottes Hilfe gefunden – Kinder hatten sie keine. Ab-ram hadert mit Gott, denn er und Sara sind alt und Kinder nicht mehr zu erwarten: „Herr, was willst du mir schon geben?“ (Gen 15,2). Gott fordert Abram [und auch Sara] auf, den Kopf nicht hängen zu lassen: „Sieh doch zum Himmel hinauf und zähl die Sterne, wenn du sie zählen kannst. […] So zahlreich werden deine Nachkommen sein“ (Gen 15,5). Diese Antwort Gottes ist eine Zumutung – nach menschlichem Ermessen eine Unmöglichkeit. Für Abram und Sara ist diese zugemutete Nacht eine Sternstunde – sie spüren Gott lässt sie nicht allein: Es ist eine Sternstunde das Glaubens und Vertrau-ens. Unzählbar sind die Sterne, die Gott für sie aufgehen lässt – auch wenn sie sich nur nach einem sehen, ein eigens Kind. Wie dieses Wunder geschieht, darüber schweigt die Bibel: Es ist und bleibt Geheimnis Gottes. Der Sohn, den Sara und Abram bekommen, nennen sie „Isaak“, was „Gott lacht bzw. lächelt“ bedeutet. Ihre Namenswahl verdeutlicht, dass Gott ihnen in Isaak entgegenlächelt. Isaak ein menschlicher Stern, der ihnen Lichtblick ist, denn Gott setzt mit Isaak einen Anfang für ein großes Volk. Abram wird daher von Gott Abraham, Vater der Menge, genannt (vgl. Gen 17,5).

„Der Stern des Glückes zeigt sich dort, wo wir uns einsetzten für das, was wirklich zählt…“ Jahrhunderte später warten eine Frau und ein Mann, der greise Simeon und die Prophetin Hanna, auf die Sternstunde in ihrem Le-ben. Sie warten, sie warten und warten – und werden alt und grau darüber. Simeon und Hanna warten auf den Messias, den Christus. Ob sie ihn ver-passt haben? Ob er noch kommt? Ob sich das Warten noch lohnt?
Im Kind, in Jesus, den Maria und Josef in den Tempel bringen, erkennen Simeon und Hanna, den Christus – die Sternstunde ihres Lebens und für alle Menschen: Jesus Christus, Heil für die Völker – Licht für die Heiden und Herrlichkeit für Israel (vgl. Lk 2,30-32) – Jesus Christus ist für alle Menschen da. Simeon und Hanna sind glücklich – ihr Warten hat sich gelohnt; die für sie und ihr Leben entscheidende Sternstunde ist mit der Begegnung mit Jesus Christus da; Simeon kann jetzt – wie er sagt – „in Frieden“ und zufrieden sterben (Lk 2,29). „Der Stern des Glückes zeigt sich dort, wo wir uns einsetzten für das, was wirklich zählt…“
Abraham und Sara, Simeon und Hanna – egal ob eigene Kinder oder nicht – egal, ob als Familie, ob als Kind, Jugendlicher, Vater oder Mutter, ob als Witwe oder Witwer, ob als Alleinerziehende oder Single, ob als Priester oder Ordensfrau: „Der Stern des Glückes zeigt sich dort, wo wir uns ein-setzten für das, was wirklich zählt…“. Ich kann für mich sagen, dass in diesen Tagen für mich v.a. Beziehungen wichtig sind: die Beziehung zu Gott im Gebet und Gottesdienst, die Beziehung zu meiner Familie – trotz Abstand – und die Beziehung zu Freunden und Menschen, die ich in nor-malen Zeiten gerne real, von Mensch zu Mensch, und nicht nur virtuell, via Telefon oder Internet besucht hätte und deren Nähe ich vermisse. „Der Stern des Glückes zeigt sich dort, wo wir uns einsetzten für das, was wirk-lich zählt…“ – diese außergewöhnliche Zeit lässt uns spüren, was wirklich zählt und welches die Sternstunden unseres Lebens sind. AMEN.

1 Abram heißt in Gen 11,26-17,4 wirklich so. Er erfährt in Gen 17,5 eine Namensänderung in Abraham, Vater der Menge – es hat mir der in dieser Predigt thematisierten Sternstunde zu tun.

PREDIGT CHRISTMETTE HIRTENAMT (B)

Jes 9,1-6 + Lesung d. Hl. Nacht/Morgen + Lk 2,1-20

„Ein Kind wurde uns geboren, ein Sohn wurde uns geschenkt“ (Jes 9,5) – die Lesung aus dem Buch Jesaja wurde und wird auf des Weihnachtsgeheimnis gedeutet; die Lesung ist der ältere Text und wird ja auch vor dem Evangelium gelesen: das neugeborene Kind, Jesus Christus, als Erfüllung der Prophetie des Jesaja. Weihnachten bewegt – und setzt in Bewegung: Ich kann die Lesung aus dem Buch Jesaja auch im Licht des Weihnachtsevan-gelium lesen; sie bekommt dann Aktualität für uns. Denn die Geburt des Kindes ist nicht Zielpunkt, sondern Anfang neuen Lebens und der „Freude, die dem ganzen Volk zuteilwerden soll“ (Lk 2,10) – auch uns allen heute und nicht nur den wenigen Hirten damals – ein bewegendes Hoffnungszeichen, das Weihnachten in unsere Zeit und in unsere Welt von heute setzt.
Weihnachten bewegt – Hoffnung auf ein besseres Leben auch in unseren Tagen. Der erste Vers der Jesaja-Lesung klingt wie hineingesprochen in unsere Zeit: „Das Volk, das in der Finsternis ging, sah ein helles Licht; über denen, die im Land des Todesschattens wohnten, strahlte ein Licht auf“ (Jes 9,1). Lichtblickt in diesen Tagen von Ansteckung und Angst vor dem Virus, von überfüllten Covid19-Stationen und steigenden Zahlen von Corona-Toten ist die Impfung, die nach Weihnachten beginnt – Hoffnung auf Leben, nicht ohne Corona, sondern auf Leben trotz des Virus. Für viele gibt gerade auch der christliche Glaube Hoffnung und Ermutigung in diesen Tagen: Jesus Christus wird in eine unheile Welt hineingeboren, in Armut, in Ängste, in Verzweiflung – dort ist Jesus Christus auch heute, er ist in der Lebenswelt jedes Menschen, wenn auch oft unerkannt; „Steht auch mir zur Seite, still und unerkannt“, heißt es in einem Weihnachtslied. Danke allen, die in diesen Tagen wie Jesus Christus Hoffnungslicht für andere sind – für die Sterbenden, für die Kranken, für die Einsamen, für die Gestressten und Ausgenutzten, für Menschen in Angst und Sorge.
Weihnachten bewegt – will Mut machen und in Bewegung setzen. Vieles in unserer Welt scheint starr, unbeweglich, ja unabänderlich: Unrechtsstruktu-ren, Missbrauch von Macht, Krieg und Terror, unter denen viele Menschen leiden. Die Worte des Jesaja im Licht von Weihnachten gelesen wollen genau da etwas bewegen: Mit dem neugeborenen Kind ist ein mutiges Zei-chen der Gewaltlosigkeit gesetzt: Der Schrei des Neugeborenen versetzt nicht in Angst und Schrecken, sondern bewirkt Zuneigung und Fröhlich-keit, ja Freude am Leben – an jedem Leben. Ein scheinbar ohnmächtiges Kind bewegt durch ein sanftes Lächeln die Herzen zum Frieden.
Weihnachten bewegt – Gott setzt ein mutiges Zeichen inmitten all unse-rer Angst: ein Neugeborenes als Hoffnungszeichen. Gott fängt ganz klein mit uns Menschen an. Von ihm können wir lernen und uns bewegen lassen, das Unsere zu tun im Umgang mit den Mitmenschen und ganz klein anzufangen mit Gerechtigkeit, Frieden und Versöhnung. Auf diesen alles bewegenden und bewirkenden Anfang kommt es an: auf das Dasein mitten in der Lebenswelt der Menschen: Mach’s wie Gott – werde Mensch.
AMEN.

PFARREI ST. FRANZISKUS BITTET UM SPENDEN

Jetzt ist es soweit, die Kath. Pfarrei St. Franziskus bekommt erstmals eine Lautsprecheranlage!

Die Stimmgewalt von Pfarrern war seit der Kircheinweihung im Jahr 1976 stets gegeben – aber ständiges Lautsprechen ohne Mikrophon geht auf Dauer auf die Stimme; und auch die Gottesdienstbesucher werden nicht jünger und die Hörleistung nimmt ab. Damit künftig eine optimale Beschallung des Kirchenraumes und des Foyers sowie die noch bessere Hörbarkeit des Wortes Gottes, des Pfarrers und weiterer in der Liturgie Handelnder möglich ist, hat die Kirchenverwaltung sich intensiv um eine Neuanschaffung einer professionellen Lautsprecheranlage gekümmert. Derzeit klafft noch eine Finanzierungslücke von ca. 12.000 €.

Die beauftragte Fachfirma hat uns die Perspektive gegeben, die Anlage noch in diesem Jahr zu montieren. Damit die Gottesdienste auch in Zeiten von Corona gut verständlich mitzufeiern sind, möchten wir Sie daher um eine großherzige Spende zur Unterstützung der Pfarrei St. Franziskus bei der Anschaffung dieser Lautsprecheranlage bitten. Gerne stellen wir Ihnen eine Spendenquittung aus.

Hier die Bankverbindung bei der Sparkasse Hochfranken

BIC: BYLADEM1HOF

IBAN: DE 85 7805 0000 0240 001 602

Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung und Vergelt`s Gott !

PREDIGT 3. Advent (B)

1 Thess 5,16-24 + Joh 1,6-8.19-28

Liebe Schwestern und Brüder, liebe Kinder und Jugendliche!

Der Letzte macht das Licht aus, so sagen wir, wenn wir einen Raum oder einen Saal verlassen, damit nicht über Nacht oder über Wochen dort das Licht brennt. Der Letzte macht das Licht aus, so sagen wir auch, wenn eine Sache zu Ende geht, wenn keine Fortführung möglich ist. Ob wir am 4. Advent die 4. Kerze entzünden dürfen, an Weihnachten überhaupt oder zu den geplanten Zeiten Gottesdienste feiern können, ist fraglich.
Licht – in vielen Fenstern leuchten allabendlich Kerzen, Lichterbögen und leuchtende Girlanden und Sterne. Auch in vielen Gärten sind Büsche und Baume mit Lichternetzen und elektrischen Lichterketten geschmückt – in diesem Jahr meines Erachtens mehr als sonst. Die Sehnsucht nach Licht ist groß gerade in diesen trüben Tagen und auch in der Corona-Pandemie – Sehnsucht nach Licht im Dunkel und in den Ängsten unserer Zeit.
Die Lichter und Leuchteffekte in den Gärten und unseren Häusern haben Verweischarakter auf Weihnachten: Mitten in der Nacht – in einer der längsten Nächten des Jahres, in der Heiligen Nacht – strahlt ein Licht auf: Licht, das die Nacht erhellt – Licht, das aus der Krippe aufstrahlt – Licht, das Jesus Christus bringt: „Christus, dein Licht verklärt unsre Schatten“ (Gesang aus Taizé vgl. Gotteslob, Bamberger Eigenteil Nr. 815).
Weihnachten ohne Jesus Christus, das Licht, das Herz und Seele wärmt, ist kein christliches Weihnachten, sondern ein oberflächlich-weltliches Lichterfest oder Geschenk-Event, aber kein Christfest. Feiern wir an Weihnachten das Wesentliche: die Geburt von Jesus Christus. Gott wird Mensch. Lassen wir Jesus Christus nicht weg, sondern feiern wir ihn. „Löscht d[ies]en Geist nicht aus“ (1 Thess 5,19), mahnt Paulus.
Am 3. Adventssonntag, dem Freudensonntag Gaudete verweist Johannes der Täufer auf Jesus Christus, der dieses Licht ist (vgl. Joh 1,7-8). Jesus Christus sagt es gemäß dem Johannes-Evangelium selbst: „Ich bin das Licht der Welt“ (Joh 8,12). Jesus Christus strahlt hinein in unsere Dunkel-heit, in unser Leben (vgl. Lk 1,78-79), damit wir Jesus Christus in uns auf-nehmen und das „Licht des Lebens haben“ (Joh 8,12). Durch Jesus Chris-tus sollen wir von innen heraus strahlen und so selbst zu Menschen mit Ausstrahlung werden – zum „Licht für die Welt“: „Christus, dein Licht verklärt unsre Schatten, lasse nicht zu, dass das Dunkel zu uns spricht. Christus, dein Licht erstrahlt auf der Erde und du sagst uns: Auch ihr seid das Licht“ (Gesang aus Taizé vgl. Gotteslob, Bamberger Eigenteil Nr. 815).
Wie kann das gelingen, dass ich „Licht für die Welt“ werde und bin?
Paulus gibt der Gemeinde von Thessalionich und auch uns in der heutigen Lesung Hinweise für die Umsetzung mit auf den Weg; drei davon möchte ich nennen: Sich freuen (1 Thess 5,16) – auch über kleine Dinge, Begeg-nung, Gespräche. Gerade in dieser Zeit auch das Positive sehen – und es nicht übersehen. Wichtig sind gerade die kleinen Freuden im Alltag, die
Aufheller der Seele, die die Lebensfreude fördern. Ein Zweites: Beten oh-ne Unterlass (1 Thess 5,17) meint nicht primär das Murmeln von Gebeten, sondern vielmehr ein Leben mit Gott; ich soll Gott einen Platz in meinem Leben einräumen – durch die Menschwerdung und Geburt Jesu Christi steht er ja auf Seiten der Menschen und damit auch mir zur Seite gerade in Angst- und Krisenzeiten des Lebens – ein Lichtblick für mich. Und ein Drittes: Dankbar sein (1 Thess 5,18) – heißt in der Realität und den Heraus-forderungen der Zeit und der Corona-Pandemie auch dankbar zu sein und zu bleiben: Es geht uns doch relativ gut – auch die Einschränkungen sind verkraftbar – darauf weisen mich immer wieder ältere Menschen hin, die schon Krieg und Vertreibung durchlebt haben. Dankbarkeit vielleicht auch für das „mehr“ an gemeinsamer Zeit in der Familie und weniger Stress – auch das ein Lichtblick in dieser schweren Zeit.
Freude – Leben in der Gottesbeziehung – Dankbarkeit: Machen wir uns auf! Öffnen wir uns dafür! Werden wir offen für diese Haltungen, die das Leben hell machen! Machen wir uns auf und werden wir zu Licht, zu Lichtbringern für Menschen, wie die Tagesheilige des 13. Dezember, Luzia, die Leuchtende, deren Name Programm ist: Mit einem Kerzen-kranz auf dem Kopf, um die Hände frei zu haben, soll sie Lebensnot-wendiges zu Armen in die Dunkelheit gebracht haben. Werden auch wir zu Lichtbringern und zu leuchtenden Menschen: durch ein gutes und aufheiterndes Wort, durch Zuwendung und Nähe trotz Abstand beson-ders für alle, die in dieser Zeit lichtreiche Menschen brauchen. AMEN.

Liedlink:
Christus, dein Licht: https://www.youtube.com/watch?v=W02D1VzQX5Q
Im Dunkel unserer Nacht: https://www.youtube.com/watch?v=9bTWAMDUKss
Die Nacht ist vorgedrungen: https://www.youtube.com/watch?v=Ck0zCw0DNT8

STERNSINGERAKTION IN SCHWARZENBACH A.D.SAALE ENTFÄLLT

Die Sternsingeraktion in Schwarzenbach a.d.Saale muss leider aufgrund der Corona-Pandemie entfallen. Das Team, dass die Sternsingeraktion vorbereitet, schreibt: „Wir haben lange überlegt und uns viele Gedanken gemacht. Wir wollen weder die Sternsinger noch die Menschen, die wir alljährlich besuchen, gefährden. Daher haben wir uns entschieden diesmal nicht von Haus zu Haus zu gehen. Es schmerzt und tut weh. Aber wir haben die Hoffnung, dass die Menschen Verständnis dafür haben und erst recht spenden werden, damit die weltweiten Projekte der Sternsingeraktion weitergeführt werden können.“

Am 6. Januar um 10:30 Uhr gibt es aber (voraussichtlich) einen Sternsinger-Gottesdienst in der kath. Kirche St. Franziskus, in dem eine Sternsingergruppe anwesend ist – es wird auch die Möglichkeit geben, Geld für die Sternsingeraktion zu spenden. Das diesjährige Thema der Sternsingeraktion „Kindern Halt geben“ wird im Gottesdienst vorgestellt.

Wer einen Segensaufkleber mit der Aufschrift „20*C+M+B+21“ möchte, kann sich diesen nach dem Gottesdienst mitnehmen. Die Aufkleber werden danach weiterhin im Foyer zur Mitnahme ausliegen.

Weiterhin gibt es die Möglichkeit Spenden auf ein Konto zu überweisen oder das Geld in einem Umschlag in den Briefkasten des Pfarrbüros zu werfen.

Das Spendenkonto lautet:
Kath. Kirchenstiftung, Sparkasse Hochfranken, IBAN: DE85 7805 0000 0240 001602 – Stichwort: „Sternsingen“

Die Spenden werden an die Sternsingeraktion weitergegeben. Mit dem Geld werden weltweit Projekte in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Pastoral, Ernährung, soziale Integration und Nothilfe unterstützt. Das Leitwort diesmal heißt „Kindern Halt geben – in der Ukraine und weltweit“. Am Beispielland Ukraine wird aufgezeigt, dass zahlreiche Kinder ohne Vater, Mutter oder beide Elternteile aufwachsen, weil diese im Ausland arbeiten. Studien zeigen, dass die längere Abwesenheit der Eltern den Kindern emotional und sozial schadet. Sie fühlen sich verlassen und vernachlässigt und haben häufig Probleme in der Schule. Wenn Eltern fehlen, müssen andere Halt geben. In den Projekten, die die Sternsinger fördern, setzen sich die Partner deshalb jeden Tag dafür ein, dass das Motto „Kindern Halt geben – in der Ukraine und weltweit“ umgesetzt wird. Weitere Informationen zum Motto und zur Sternsingeraktion gibt es unter www.sternsinger.de