DREIKÖNIGSFEST IN ST. FRANZISKUS

Am 6. Januar, dem Hochfest der Erscheinung des Herrn, fand in der Pfarrkirche St. Franziskus ein feierlicher Gottesdienst statt. Pfarrer Dieter Jung zog wegen der Corona-Regeln nur mit einer Königin und einem König ein. Bei der Begrüßung sagte er,  dass nur zwei Sternsinger am Altar wären, aber alle Gottesdienstbesucher heute Königinnen und Könige seien.

In seiner Predigt bemerkte Pfarrer Jung, dass ihm beim Aufstellen der Hl. drei Könige aufgefallen sei, dass die Krippe eigentlich zu wenig Platz habe für alle Figuren. Dies komme daher, weil sich bei der Krippengestaltung verschiedene theologische Richtungen überlagern. Bei Lukas dominiert z. B. der soziale Aspekt. Wenn im Stall neben der Krippe Hirten und Engel aufgestellt werden, sollte dies als Zeichen der Hoffnung für die Armen gelten. Der Evangelist Matthäus hingegen betont im Hinblick auf das Jesuskind die Allmacht, die im Kleinen und Verborgenen liegt. Drei Weise aus dem Osten folgen einem Stern. Sie wagen den Aufbruch. Gleichzeitig ermutigen sie uns zum Aufbruch, um den Retter und den Mensch gewordenen Gott zu suchen. Jede/r sollte sich fragen: Wer ist Gott für mich?

Pfarrer Jung informierte, dass die Könige in der Krippe im Laufe der Jahrhunderte auch Änderungen erfuhren. So wurden im 12. Jh. die verschiedenen Lebensalter dargestellt. „Heute müsste man auch Frauen in die Krippe stellen,“ forderte Jung. Die traditionellen Königsfiguren tragen verschiedene Hautfarben. Damit sollten die unterschiedlichen Kontinente angedeutet werden, aus denen die Weisen kamen, um das Jesuskind anzubeten. Das viel diskutierte  „blackfacing“ stellt all dies in Frage. Manche Gemeinden entfernten daher Caspar, den schwarzen König, aus der Krippe. Pfarrer Jung bezeichnete dieses Vorgehen als fatal. Wenn sich nur weiße Könige in der Krippe befinden würden, dann könnte man das als rassistisch bezeichnen. Es würde dem Sinn des Evangeliums nicht entsprechen. Caspar wird nicht als „dummer Mohr“, als Sklave oder Lastenträger abgebildet, sondern seine Figur ist würdevoll und schön und königlich gestaltet. Die verschiedenen Hautfarben der Könige in der Krippe sind Zeichen der Wertschätzung aller Menschen und Offenheit für alle Kulturen. Christus ist für alle Menschen in die Welt gekommen. Er will alle Menschen retten.

Die Weihnachtslieder fielen trotz Gesangsverbot nicht aus, sondern sie fielen nur anders aus. Das Lied „Gloria, gloria, in excelsis Deo“ sang Pfarrer Jung mit Barbara Scheafer im Duett, selbstverständlich mit dem gebotenen Abstand. Auch weitere Weihnachtslieder wurden als Sologesang oder im Duett gekonnt dargeboten. Zusammen mit dem Orgelspiel von Martin Wolfers-Mildner sorgten die Gesänge für eine weihnachtlich-stimmungsvolle Atmosphäre.

Zum Schluss der Hl. Messe segnete Pfarrer Jung den Weihrauch und die Segensaufkleber für die Türen. Caspar, Melchior und Balthasar konnten in Schwarzenbach nicht wie gewohnt von Haustür zu Haustür ziehen. Stattdessen wurden vom Sternsinger-Team ca. 3000 Briefe mit Segensbändchen und -aufklebern an die Schwarzenbacher verteilt. Spenden können überwiesen oder im Pfarrbüro abgegeben werden. Sie kommen bedürftigen Kindern in aller Welt mit Schwerpunkt Ukraine zugute. Pfarrer Jung bedankte sich bei Barbara und Hermann Knoblich, die zusammen mit dem Sternsinger-Team einen überragenden Einsatz gezeigt haben.