Wochenimpuls

Mitmenschliche Nähe mit Abstand – „Martinsspiel“ 2020
Pantomimische Szenen rund um St. Martin und die Hl. Elisabeth

Vergangenen Mittwoch wären wir auf die Straße gegangen mit Laternen und Lichtern, hätten wir die dunkle Nacht erhellt und des hl. Martin gedacht.
Einzelne Familien habe ich mit ihren Laternen gesehen – sie waren Lichtbringer und Hoffnungsträger – sie haben bewusst oder unbewusst ein Glaubenszeugnis gegeben.
Oft aber haben wir gar keinen Blick für das, was um uns geschieht.

Pantomime: Der Bettler sitzt in seinen Lumpen auf einem Sitzpolster vor dem Altar – er streckt die Hand und bittet um eine Spende
Nacheinander kommen 3 Menschen, die achtlos vorübergehen:
– einer schaut nur in sein Handy
– einer macht einen Bogen um den Bettler
– abwertende Geste „Scher dich zum Teufel“
Der Bettler ist ganz traurig und senkt mutlos den Blick
Martin kommt „herangeritten“ – er sieht den Bettler – er hält sein Pferd an – sorgt sich um den Bettler – teilt den Mantel mit dem Schwert – reitet weiter

Deutungsfragen zum Nachdenken (Pfr. Jung)
Worauf richtet sich unser Blick – haben wir Augen für die Sorgen und Nöte der Menschen?
Um wen machen wir einen Bogen – und warum?
Lassen wir uns vom Leid der Menschen berühren, oder zählt nur das eigene Ich?
Wo nehmen wir uns ein Herz und teilen, damit beide gut leben können – auch wenn wir (aufgrund des Teilens) vielleicht den Spott anderer Menschen auf uns ziehen?
Die Heilige Elisabet hat wie Martin geteilt – Brot und Rosen – Zeichen der Nächstenliebe.

Pantomime: drei hungernde Menschen sitzen auf Sitzpolstern vor dem Altar
Elisabeth schleicht sich heran – sie schaut sich um, dass ihr niemand folgt
der König beobachtet sie heimlich
Elisabeth verteilt aus ihrem Korb Brot an die Hungernden + geht wieder zurück
kurze Pause – hier muss Elisabeth Rosen in den Korb legen und mit dem Tuch verdecken
Elisabeth schleicht sich erneut aus dem Palast
Der König erwischt Elisabet, er hält sie auf und deutet auf den Korb, der mit einen Tuch abgedeckt ist
Elisabeth versteckt den Korb hinter ihrem Rücken
der König entreißt Elisabet den Korb und findet darin „nur“ Rosen

Deutungsfragen zum Nachdenken (Pfr. Jung)
Elisabeth hat ihre Burg verlassen – sie war sich nicht zu fein dazu, den Armen zu helfen.
Wo verlasse ich meine gewohnte Umgebung, um anderen am Rand der Gesellschaft zu helfen?
Wo kontrolliere (und bestimme) ich das Leben und Verhalten meiner Mitmenschen?
Der Mensch lebt nicht vom Brot allein. Wofür könnte(n) die Rose(n) der hl. Elisabeth ein Symbol sein?
St. Martin und die hl. Elisabeth haben, das ihnen möglich getan. Sie haben ihre Talente und Begabungen genutzt – nicht nur für sich, sondern auch um die Nöte ihrer Mitmenschen zu lindern.
Der geteilte Mantel erinnert daran, dass Nächstenliebe Teilen bedeutet: Teilen mit Gewinn, da beide – Martin und der Bettler – es warm haben und (über-)leben können.
Das geteilte Brot erinnert daran, dass kein Mensch auf der Erde hungern müsste, wenn wir die Güter und Ressourcen der Erde gerecht(er) verteilen würden.
Die Rosen sind Zeichen der Liebe – Liebe, die wir einander schenken (… Zeit füreinander, Aufmerksamkeit, Höflichkeit, Ansehen, …) und ohne die Leben lieblos ist
Die Kerze und die Laternen zeigen, dass das Licht nicht weniger wird, wenn man es teilt – sondern die Welt ein wenig heller. Werden wir Lichtbringer und seien wir Hoffnungsträger wie die hl. Elisabeth und St. Martin.