HIRTENBRIEF 2026
„Du bewegst die Welt.“
Wort an die Pfarrgemeinden des Erzbistums Bamberg zur österlichen Bußzeit 2026
„Du bewegst die Welt.“
Wort an die Pfarrgemeinden des Erzbistums Bamberg zur österlichen Bußzeit 2026
Sir 15,15-20 + Mt 5,17-37 (Langfassung)
Heut, an Fasching, gibt’s gereimte Vers!
Ich hab sie gewiss auch selbst geschrieben,
denn KI tu ich nicht lieben.
Auch wenn sie schnell ist und sehr schlau,
ich lieber meinem Verstand vertrau,
denn heute geht’s um heikle Sachen –
es ist nicht immer nur zum Lachen:
So ist die Welt, ihr lieben Leut’,
auch wenn wir Fasching feiern heut.
Ich grüß euch alle, Groß und Klein,
im Alltagskleid oder im Verkleidet-Sein,
willkommen ist jederman(n) und jede Frau
ich grüße Euch heute mit „Helau“!
Wer letzte Woche war schon hier,
der weiß: „Salz der Erde“ – das sind wir –
und Bergesstadt und „Licht der Welt“ (vgl. Mt 5,13-16),
es zeigt sich, wie’s um uns bestellt.
An meinem Leben sichtbar wird,
wie sich Christsein konkretisiert.
Heute (vgl. Mt 5,17-37) zeigt Jesus, wofür ER steht,
Radikalität ist es, worum es IHM geht.
Nicht radikal, nicht links, nicht rechts,
solche Radikalität bewirkt nur Schlecht’s –
Jesus geht es nicht um Spaltung,
sondern um Synodalität und die richtige Haltung:
Verhalten, das Zusammenhalt stärkt und Hoffnung bereitet
und das nicht Angst und Schrecken hier und weltweit verbreitet.
Wir haben die Wahl – nicht nur in 14 und in 21 Tagen –
tagtäglich tun wir Verantwortung tragen,
wie’s weitergeht in Pfarrei und in unserem Land:
Wir haben’s wirklich in der Hand!
Alternativen scheint es ja zu geben –
doch prüfe wie im wahren Leben,
ob’s wirklich eine gute Alternative ist,
wenn ich als Christin oder Christ,
die Alternative wähle, die will Kirche(n) schaffen ab…
Ich bin doch nicht blöd und schaufle mir mein eignes Grab!
Zurück zu Jesu Radikalität
darum sich heute alles dreht:
Gesetz und Propheten als Grund zum Handeln,
was Wahrheit ist, kann sich nicht wandeln.
Jesus sieht sich als Erfüller
auf den ersten Blick wahrlich nicht der Knüller –
da ändert sich nichts, alles bleibt beim Alten,
da wird mein Interesse schnell erkalten.
Doch Jesus geht den Geboten auf den Grund,
nicht pharisäisch-oberflächlich – das ist das Gebot der Stund’.
ER will den tief’ren Sinn in den Geboten seh’n,
der uns hilft, gutes Zusammenleben zu versteh’n.
„Du sollst nicht töten“ – stimmt genau!
Doch wenn ich da auf Putin schau
und Kriegsgemetzel in vielen Ländern,
da müsst sich wirklich viel verändern!
Frieden, der hält, was er verspricht,
ihn zu finden – einfach ist das nicht.
Da müssten erst mal die Waffen wirklich ruh’n
nicht nur bei Verhandlungen und so zu tun,
als hätte man doch nichts verbrochen,
wenn Heizung und Versorgung sind unterbrochen,
wenn Menschen frieren und hungern dann,
das ist perfide, Mann o Mann.
Jesus ist da radikal:
Zürne und schimpfe nicht einmal.
Sonst bereitest du die Hölle dir,
nicht erst später, sondern hier:
Hölle im Zusammenleben,
wenn du nicht tust nach Frieden streben;
schon jedes kleine, böse Wort
pflastert den Weg zur Höllenpfort’!
Versöhnung, darauf kommt es an,
damit endlich Frieden werden kann.
Das gilt auch bei Ehestreiterei’n,
damit man auf Dauer kann glücklich sein.
Liebe und Treue sind essentiell,
denn sonst zerbricht die Ehe schnell
und auch so manche Partnerschaft,
wenn man nach anderen Weibern oder Kerlen gafft.
Auf wahre Liebe kommt es an,
auf Liebe, die man nicht – wie bei Epstein – als Ware kaufen kann.
Das „h“ entscheidet, ob es wahre Liebe ist oder Liebe als War’
„h“ wie Himmel oder Hölle, da ist Jesus ganz klar:
Schon ein lüsterner Blick, Vorstufte zum Seitensprung –
wahre Liebe nimmt das krumm.
Echte Zuwendung, die ist gefragt,
und Verantwortung ist angesagt
füreinander an guten und an bösen Tagen,
miteinander das Leben und die Liebe wagen.
„From nine to five“ – das greift zu kurz,
die work-life-balance, die ist der Liebe schnurz:
Acht Stunden lieb ich dich und dann nicht mehr –
wie soll das gehen bitte sehr?
Wahre Liebe macht Arbeit, das ist klar:
Liebe schulden wir einander immer (vgl. Röm 13,8), das ist wahr!
Work-life – auch im Glauben ist das nicht zu machen:
Da gibt es keine halben Sachen!
Entweder bin ich Christ oder ich bin es nicht,
o Jesus, meine Zuversicht.
Christ bin ich rund um die Uhr
das ist nun mal meine Natur –
und auch die Gnade, Gott gegeben,
gilt nicht nur Lifestyle-Teilzeit, sondern ein ganzes Leben!
Manchem ist das vielleicht zu radikal,
doch Gottes Gnad’, die gilt total,
trotz meiner Schuld und noch bevor ich was leiste.
Erst dann komm ich ins Spiel und ich glaube, das weißt’e:
Verantwortlich leben mit Menschen, mit Gott,
diesen Weg zeigen uns die Gebot’.
Ein(e) jede(r), kann sie halten, wenn er/sie es nur will.
Der freie Wille der kommt dann ins Spiel (vgl. Sir 15,15-20):
Der Mensch kann frei entscheiden, er trägt die Konsequenz;
einen manchen verführt „absolute Freiheit“ zur Dekadenz:
Putin, Trump und and’re radikale Egoisten,
greifen nach Ländern, fragen nicht nach Menschen und Fristen,
nehmen sich Nobelpreise und was sie sonst noch haben wollen,
drohen mit Zöllen und Einlasskontrollen,
wollen selbst Gott sein – es macht ihnen Vergnügen
andere so kleinzukriegen.
Die Natur, die ist am ärmsten dran,
die Klimakrise erkennen sie nicht an,
das Gesetz bin ich – ein einzelner Mann –
wie man nur so überheblich sein kann.
Für üble Machenschaften missbrauchen sie Gott –
das widerspricht seinem Gebot.
Menschenrechte sind ihnen egal
und wer nicht spurt, erfährt brutal,
und blutig Unterdrückung pur –
Kalifat, ein „Gottesstaat“ wider göttlicher Natur:
Denn wo Liebe nicht zu spüren ist,
dort Gott auch nicht zu finden ist!
Das ist uns allen mitgegeben:
Orientiere dich an Gott und lebe dein Leben.
Nimm Gottes Gebot als Angebot an,
als Wegweiser, nach dem man sich gut richten kann.
Wir sollen nicht schwören, solch Lippenbekenntnis braucht es nicht, nein:
Euer Ja sei ein Ja, Euer Nein sei ein Nein!
Auf Verlässlichkeit im Leben, darauf kommt es an.
Gott hat uns nicht verlassen: Er ist der, auf den sich jede(r) verlassen kann.
Auch wir seien verlässlich, in unserem Reden und Handeln,
dann werden wir unsere Welt verwandeln.
Glaubt an Gott, seid zur Liebe bereit,
suchet das Gute allezeit.
Dann wächst Ehrlichkeit und Zusammenhalt,
und kittet der Gesellschaft Spalt.
Wir haben die Wahl, wir alle zusammen.
Gelobt sei Jesus Christus! AMEN!