{"id":3559,"date":"2026-10-12T19:15:30","date_gmt":"2026-10-12T19:15:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.st-franziskus-schwarzenbach-saale.de\/?p=3559"},"modified":"2026-10-12T19:15:32","modified_gmt":"2026-10-12T19:15:32","slug":"predigt-26-so-im-jk-a-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.st-franziskus-schwarzenbach-saale.de\/?p=3559","title":{"rendered":"PREDIGT 26. SO IM JK (A)"},"content":{"rendered":"\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Jes 5,1-7 + Mt 21,33-44<\/strong><\/p>\n<p><br \/>Liebe Kinder, liebe Jugendliche und liebe Erwachsene!<br \/>\u2026 und aus diesen (Kon-)Texten soll jetzt eine Predigt zu Erntedank werden: Ein Weinberg, m\u00fchevoll angelegt, gehegt und gepflegt in der Hoffnung auf k\u00f6stliche \u201eTrauben\u201c \u2013 wie der Prophet Jesaja schreibt (Jes 5,1-7) \u2013 und dann bei der Ernte die herbe Entt\u00e4uschung: nur ungenie\u00dfbare, \u201efaule Beeren\u201c (Jes 5,2.4). Dank wof\u00fcr? All die M\u00fche hat nichts gebracht. Der Weinberg wird aufgelassen, die sch\u00fctzenden Mauern eingerissen, die Hecken entfernt und die Reben zum Abfressen freigegeben; Dornen und Disteln \u00fcberwuchern die Rebst\u00f6cke. Da ist nichts mehr zu ernten, nicht einmal mehr \u201efaule Beeren\u201c.\u00a0<br \/>Was w\u00e4chst bei mir, bei uns in Deutschland? Wenig, au\u00dfer die Wut der B\u00fcrger und die wuchernden extremistischen und radikalen Meinungen und Wahlergebnisse. Der \u201eWeinberg\u201c \u2013 unser Land \u2013 hat scheinbar keinen\/kaum Grund zur Dankbarkeit; f\u00fcr Viele geht scheinbar \u201ealles den Bach runter\u201c. Der Weinberg, von dem Jesus im Evangelium erz\u00e4hlt (Mt 21,33-44), bringt zwar gute Fr\u00fcchte und eine reiche Ernte, aber die P\u00e4chter sind nicht bereit, die vereinbarte Ernte-Pacht abzugeben. In ihrer Gier nach \u201emehr\u201c kennen die P\u00e4chter keine Grenzen, nur Gewalt und Mord; sogar den Erben des Weinbergs bringen sie um, um sich so die ganze Ernte und letztlich den Weinberg unter den Nagel zu rei\u00dfen. Da ist nichts Gutes zu ernten \u2013 und Dankbarkeit schon gar nicht \u2013 nur Neid und Hass, Brutalit\u00e4t und Verderben.<br \/>\u2026 und aus diesen (Kon-)Texten soll jetzt eine Predigt zu Erntedank werden. Schwierig. Ich muss einen anderen Zugang zu den biblischen Texten finden. Ich frage mich: Wem geh\u00f6rt der Weinberg? Was gibt es zu ernten? Mir wird klar: Der Weinbergbesitzer ist letztlich Gott. Er legt den Weinberg jedes Lebens an und stattet ihn mit den besten Voraussetzungen aus \u2013 schon das ist Grund genug um Gott Dank zu sagen: Danke f\u00fcr die Welt, danke f\u00fcr mein Leben, Danke f\u00fcr meine Arbeitsstelle, Danke f\u00fcr \u2026<br \/>Das Leben ist eine Gabe Gottes, ein Geschenk, aber auch eine Aufgabe, es will, soll und muss gestaltet oder wie ein Weinberg bestellt werden. Aber die Menschen, also die Leserinnen und H\u00f6rer der Weinbergtexte, bringen<br \/>schlechte Fr\u00fcchte: damals waren es die Bewohner von Jerusalem (vgl. Jes 5,7),<br \/>die Hohenpriester und \u00c4ltesten des Volkes (vgl. Einleitungssatz, der Mt 21,33 vorgeschaltet ist) \u2013 heute sind es wir: Wir bringen (auch) schlechte Fr\u00fcchte \u2013 oder um es mit Jesaja zu sagen \u2013 \u201efaule Beeren\u201c. Wir haben Gottes Hoffnungen entt\u00e4uscht und sind hinter unseren M\u00f6glichkeiten zur\u00fcckgeblieben. Stimmt.<br \/>Andererseits leisten wir als P\u00e4chter eine gute Arbeit: Es gibt viel zu ernten \u2013 und eigentlich Grund genug Gott Danke zu sagen. Aber wir akzeptieren nicht, dass wir P\u00e4chter \u2013 und eben nicht Besitzer und schon gar nicht Gott \u2013 sind. Wir denken oft nur an uns, an die maximale Ausbeute, den maximalen Gewinn und den maximalen Erfolg \u2013 Firstpolitik im eigenen Leben: \u201eIch k\u00f6nnte ja zu kurz kommen; andere k\u00f6nnten \u201amehr\u2018 haben\u201c \u2013 vielleicht ist das ein wesentlicher Grund f\u00fcr die miese Stimmung in unserem Land.\u00a0<\/p>\n<p>Sicher, es l\u00e4uft nicht alles rund und mancher Ernteertrag ist mau \u2013 aber es gibt gen\u00fcgend Gr\u00fcnde (auch) dankbar zu sein. Danke zu sagen, ist schwer \u2013 Jammern, sich Beklagen ist viel leichter \u2013 aber dann reden wir Dinge, Personen und Situationen selbst schlecht, erzeugen selbst negative Stimmung und wachsende Unzufriedenheit. Dankbarkeit und Wertsch\u00e4tzung w\u00e4ren wichtig! Einer der das gelebt hat und uns ins Ged\u00e4chtnis ruft, ist vor 800 Jahren gestorben: Franz von Assisi. Er hatte versucht, sein Leben zu optimieren und das Maximale herauszuholen: Feste und Feiern, Kariere als Ritter, um in den Adel aufzusteigen, Gefangenschaft und Kerker. Francesco hat auf die \u201eFr\u00fcchte\u201c seines bisherigen Lebens geschaut: Viel ist da nicht gut gewachsen; er war unzufrieden mit seinem Leben und seinem Lebenswandel. Zwei Begegnungen haben sein Leben ver\u00e4ndert: die Begegnung mit einem Auss\u00e4tzigen. Franziskus hat in ihm Jesus Christus erkannt und den Auss\u00e4tzigen umarmt, hat ihm Liebe und Wertsch\u00e4tzung entgegengebracht \u2013 und hat Dankbarkeit daf\u00fcr \u201egeerntet\u201c. Franziskus hat eine tiefe innere W\u00e4rme der Zufriedenheit gesp\u00fcrt im Helfen und Dasein f\u00fcr andere. Franziskus wollte ein Leben in Armut und Einfachheit f\u00fchren \u2013 sensibel und wach f\u00fcr die N\u00f6te und Sorgen der Menschen, im Einklang auch mit Gottes Sch\u00f6pfung: einfach leben \u2013 einfach leben. Wertsch\u00e4tzung aller Gesch\u00f6pfe und Dankbarkeit f\u00fcr das Wunder des gottgeschenkten Lebens in aller Vielfalt \u2013 der Sonnengesang des heiligen Franz von Assisi ist ein Lob- und Danklied auch auf Gott, den Sch\u00f6pfer; ein Leben in Verantwortung f\u00fcr Gottes Sch\u00f6pfung, in der wir Verwalter, P\u00e4chter und G\u00e4rtner sind, aber eben nicht Gott. Es geht nicht darum, das Maximale aus mir und aus der Erde rauszuholen, sondern um Nachhaltigkeit, um \u201eArmut\u201c und Bescheidenheit, um gerechte Verteilung der G\u00fcter und Ressourcen weltweit und f\u00fcr nachfolgende Generationen.<br \/>Das w\u00e4re eine echte Alternative auch f\u00fcr Deutschland. Mancherorts w\u00e4chst dieses Umdenken schon und tr\u00e4gt Fr\u00fcchte. Gott sein Dank \u2013 Erntedank!<br \/>Die zweite wichtige Begegnung f\u00fcr Franz von Assisi war die Begegnung mit Christus im Gebet vor dem Kreuz: Baue meine Kirche wieder auf! Diesen Auftrag h\u00f6rte Franziskus beim stillen Verweilen vor dem Kreuz und setzte ihn in die Tat um: im Aufbau von verfallenen steinernen Kirchen und in der Erneuerung des damals oft maroden Glaubenslebens durch seinen spirituellen Weg der Einfachheit und Armut, der Wertsch\u00e4tzung und Dankbarkeit \u2013 in tiefer Verbundenheit mit Jesus Christus und mit einem in die Tat umgesetzten Evangelium. Jesus Christus ist der Eckstein, an dem viele aneckten, Ansto\u00df nehmen und ihn verwerfen (vgl. Mt 21,42) \u2013 hinauswerfen und t\u00f6ten wie den Sohn aus dem Weinberg und auf Kreuz legen wie Jesus Christus. ER,<br \/>der auferstandene Gekreuzigte, ist der Eckstein und das Fundament unseres Glaubens. ER ist die Alternative f\u00fcr Deutschland; beim Papstbesuch in Frankreich konnte man erste Fr\u00fcchte davon sehen. Gott sein Dank \u2013 Erntedank!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jes 5,1-7 + Mt 21,33-44 Liebe Kinder, liebe Jugendliche und liebe Erwachsene!\u2026 und aus diesen (Kon-)Texten soll jetzt eine Predigt zu Erntedank werden: Ein Weinberg, m\u00fchevoll angelegt, gehegt und gepflegt in der Hoffnung auf k\u00f6stliche \u201eTrauben\u201c \u2013 wie der Prophet Jesaja schreibt (Jes 5,1-7) \u2013 und dann bei der Ernte die herbe Entt\u00e4uschung: nur ungenie\u00dfbare, [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":2695,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[39,1,32],"tags":[],"class_list":["post-3559","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-39","category-aktuelles","category-evangelium-predigten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.st-franziskus-schwarzenbach-saale.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3559","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.st-franziskus-schwarzenbach-saale.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.st-franziskus-schwarzenbach-saale.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.st-franziskus-schwarzenbach-saale.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.st-franziskus-schwarzenbach-saale.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3559"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.st-franziskus-schwarzenbach-saale.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3559\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3560,"href":"https:\/\/www.st-franziskus-schwarzenbach-saale.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3559\/revisions\/3560"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.st-franziskus-schwarzenbach-saale.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/2695"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.st-franziskus-schwarzenbach-saale.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3559"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.st-franziskus-schwarzenbach-saale.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3559"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.st-franziskus-schwarzenbach-saale.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3559"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}