{"id":3293,"date":"2023-11-26T19:31:47","date_gmt":"2023-11-26T19:31:47","guid":{"rendered":"https:\/\/www.st-franziskus-schwarzenbach-saale.de\/?p=3293"},"modified":"2025-04-21T17:17:15","modified_gmt":"2025-04-21T17:17:15","slug":"predigt-christkoenig-a","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.st-franziskus-schwarzenbach-saale.de\/?p=3293","title":{"rendered":"PREDIGT CHRISTK\u00d6NIG (A)"},"content":{"rendered":"\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Ez 34,11-12.15-17 + Mt 25,31-46<\/strong><\/p>\n<p>Liebe Schwestern und Br\u00fcder, liebe Kinder, liebe Jugendliche!<br \/>Mittendrin in der Krise \u2013 da ist der Lesungstext aus dem Buch Ezechiel (Ez 34,11-12.15-17) erschreckend aktuell: Das politische und religi\u00f6se Versagen der M\u00e4chtigen in Kirche und Staat, schwindendes Vertrauen, mangelhafte F\u00fchrungsst\u00e4rke. Verantwortungsloses Verhalten der Verantwortlichen zum Leidwesen des Volkes und der Gl\u00e4ubigen \u2013 Ezechiel hat die Zerst\u00f6rung es Landes, die Vertreibung und das Leben im Exil im Blick \u2013 und wir?<br \/>Viele B\u00fcrger sind politikverdrossen; viele Christen gehen zur Kirche auf Distanz oder treten aus \u2013 scheinbare Alternativen haben hohen Zulauf.<br \/>Mittendrin in der Krise \u2013 mitten in gef\u00e4hrlichen Konfliktentwicklungen und problematischen Funktionsst\u00f6rungen \u2013 feiern wir das Christk\u00f6nigsfest als Zeichen der Hoffnung gegen alle Hoffnungslosigkeit und gegen alle Gleichg\u00fcltigkeit und Resignation. Der Prophet Ezechiel h\u00e4lt den M\u00e4chtigen seiner und unserer Zeit den Spiegel vor: Ein K\u00f6nig, der aus der Krise f\u00fchrt; ein K\u00f6nig, der nicht von oben herab \u00fcber die K\u00f6pfe hinwegregiert, der nicht unterdr\u00fcckt, sondern nahbar und da ist \u2013 mittendrin in der Krise. Eine F\u00fchrungspers\u00f6nlichkeit, die sich nicht wegduckt, sondern sich mit Einsatz und Hingabe sorgt \u2013 Gott, der vormacht wie das gehen kann: Macht zum Guten nutzen und sie nicht missbrauchen; Verantwortung wahrnehmen und sich nicht aus der Verantwortung stehlen; sich selbst k\u00fcmmern und die Anliegen und Rechte der ausgeschlossenen und benachteiligten Menschen zur \u201eChefsache\u201c machen \u2013 f\u00fcrsorglich und gerecht, seelsorglich und engagiert. Leitung als Beziehungsgeschehen ist damit ein Einsatz f\u00fcr und nicht ein Regieren \u00fcber: Zusammenf\u00fchren und \u201eVerlorenen\u201c nachgehen, sie zur\u00fcckholen und zu integrieren versuchen; Verletzungen sehen, Wunden verbinden und zu heilen versuchen; die Sorgen und N\u00f6te des\/der Einzelnen kennen und jedem\/jeder zugestehen und geben was f\u00fcr ihn\/sie individuell Notwendig ist und was er\/sie zum Leben braucht \u2013 so und nicht anders wird Verantwortung gut wahrgenommen \u2013 so und nicht anders k\u00f6nnen Staats- und Kirchenkrisen, Lebens- und Glaubenskrisen \u00fcberwunden werden.<br \/>Das Christk\u00f6nigsfest fordert eine Entscheidung von uns, von den Verantwortlichen \u2013 es fordert eine Entscheidung von mir, der ich f\u00fcr mein Leben und das Zusammenleben mit anderen Menschen verantwortlich bin. Am Schluss seiner letzten gro\u00dfen Rede und unmittelbar vor der Passion sagt uns Jesus quasi als Quintessenz seiner Botschaft vom Reich Gottes, worauf es ankommt (vgl. Mt 25,31-46), nicht erst wenn er kommt, sondern worauf es ankommt jetzt und hier und heute: N\u00e4chstenliebe ist nicht verhandelbar, sie ist nicht optional, sondern sie muss getan werden. Es steht in meiner Verantwortung, durch mein Tun Not zu lindern und eben nicht. Jesus ist da ganz entschieden und klar: Nichts B\u00f6ses tun, reicht nicht f\u00fcr das Himmelreich, wenn ich das Gute nicht tue, obwohl es mir m\u00f6glich gewesen w\u00e4re. Beim Gericht am Ende der Zeiten gibt es keine Entschuldigung und kein Entrinnen beim Urteil \u00fcber das, was ich nicht getan habe. Deshalb bekennen wir ja beim Schuldbekenntnis auch, \u201edass ich Gutes unterlassen und B\u00f6ses getan habe.\u201c Aus Liebe soll ich handeln, darauf kommt es an: \u201eJetzt ist die Zeit, jetzt ist die Stunde. Heute wird getan oder auch vertan, worauf es ankommt, wenn er kommt\u201c <em>(Gotteslob Bamberg 862)<\/em>.<br \/>Jesus kn\u00fcpft die t\u00e4tige N\u00e4chstenliebe an keinerlei Bedingungen. Die Liebe in der Nachfolge Jesu Christi gilt jedem\/jeder, auch dem\/der, den\/die ich nicht leiden kann, \u201edem Geringsten\u201c (Mt 25,40.45) \u2013 unabh\u00e4ngig auch von Nationalit\u00e4t, Religion, Geschlecht oder Lebensf\u00fchrung. Letztlich entscheiden die \u201ekleinen Dinge\u201c, die ich f\u00fcr andere tue und anderen schenke: ein Bissen Brot, ein Schluck Wasser, ein geteilter Mantel, ein Krankenbesuch, ein gutes, aufbauendes Wort, ein liebevoller Blick, \u2026 \u2013 hier gilt es nicht kleinlich zu sein, sondern gro\u00dfz\u00fcgig! In diesem Tun an \u201eden Geringsten\u201c ereignet sich die Begegnung mit Jesus Christus \u2013 ER ist es, mit dem ich wie der hl. Martin den Mantel teile oder wie die hl. Elisabet das Brot.<br \/>Das Christk\u00f6nigsfest setzt Zeichen: Es setzt \u2013 gerade in Zeiten der Krise \u2013 nicht auf die \u201eLiebe zur Macht\u201c, sondern auf die \u201eMacht der Liebe\u201c, die allen gilt. Christus ist diese Menschgewordene Liebe Gottes; ER verl\u00e4sst als K\u00f6nig seinen \u201ehohen Thron\u201c im Einsatz f\u00fcr die Menschen, im Einsatz seines Lebens. Das Christk\u00f6nigsfest ist eine Einladung, mitten in der Krise den K\u00f6nigsweg Jesu Christi zu w\u00e4hlen, den Weg hin zu den Menschen, zu den Armen und Bed\u00fcrftigen unserer Tage, und zu handeln wie ER. AMEN.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ez 34,11-12.15-17 + Mt 25,31-46 Liebe Schwestern und Br\u00fcder, liebe Kinder, liebe Jugendliche!Mittendrin in der Krise \u2013 da ist der Lesungstext aus dem Buch Ezechiel (Ez 34,11-12.15-17) erschreckend aktuell: Das politische und religi\u00f6se Versagen der M\u00e4chtigen in Kirche und Staat, schwindendes Vertrauen, mangelhafte F\u00fchrungsst\u00e4rke. 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