{"id":3261,"date":"2023-06-18T18:50:33","date_gmt":"2023-06-18T18:50:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.st-franziskus-schwarzenbach-saale.de\/?p=3261"},"modified":"2025-04-21T17:17:15","modified_gmt":"2025-04-21T17:17:15","slug":"predigt-11-so-im-jk-a","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.st-franziskus-schwarzenbach-saale.de\/?p=3261","title":{"rendered":"PREDIGT 11. SO IM JK (A)"},"content":{"rendered":"\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Ex 19,2-6 + Mt 9,36-10,8<\/strong><\/p>\n<p>Liebe Schwestern und Br\u00fcder, liebe Kinder, liebe Jugendliche!<br>Gott kann mir gestohlen bleiben: Ich bin dankbar, dass mir mein Glaube abhandengekommen ist; dankbar, dass andere mir eigeredet haben, \u201eohne Gott lebt sich\u2019s leichter\u201c und mich meines Glaubens beraubt haben; dankbar, dass ich Gott einfach fallengelassen und l\u00e4ngst aufgegeben habe. Ich kann doch gut ohne Gott leben und habe dann auch mehr Zeit f\u00fcr mich. Helfen kann Gott mir sowieso nicht\u2026 \u2013 Denkweisen unserer Tage.<br>Ob Gott auch so von uns denkt? Die Menschen k\u00f6nnen mir gestohlen bleiben; die sind mir alle egal. Sollen sie doch machen, was sie wollen\u2026<br>Gott denkt und handelt anders, denn er ist ein f\u00fcrsorglicher Gott. Als einzelner Mensch und als Teil des Volkes Gottes bin ich ihm wichtig. Er sieht die Sorgen und N\u00f6te der Menschen und er greift ein \u2013 nicht wie wir es wollen, sondern auf seine Weise: manchmal ganz unscheinbar durch andere Menschen und manchmal wunderbar und staunenswert. Die heutige Lesung dr\u00fcckt das \u201eunsichtbare aber sp\u00fcrbare Eingreifen Gottes\u201c in einem Bild aus: \u201ewie auf Adlerfl\u00fcgeln habe ich euch getragen\u201c (vgl. Ex 19,4). Oft sp\u00fcre ich genau das Gegenteil: da bin ich am Boden, komme scheinbar nicht vorw\u00e4rts bin verstrickt und gefangen in den Sorgen des Alltags. Erst in der R\u00fcckschau im R\u00fcckblick auf solche durchlebten und durchlittenen Phasen wird klar, auch da war Gott bei mir, hat mich getragen und gef\u00fchrt \u2013 nicht \u201ewie im Flug\u201c \u00fcber diese Zeit hinweg, sondern unerkannt mitgehend und begleitend durch diese Zeit und Situation hindurch. Die Lesung benennt einen derartigen R\u00fcckblick: \u201eIhr habt gesehen, [\u2026 was damals war]: wie ich euch auf Adlerfl\u00fcgeln getragen [und aus des Sklaverei herausgef\u00fchrt] habe\u201c (Ex 19,4). Solche R\u00fcckblicke im Leben sind wichtig, um Gottes Spuren in meinem Leben zu entdecken; zu sehen, dass er es gut mit mir meint. Ich nehme mir immer wieder Zeit daf\u00fcr: am Abend eines langen Tages, nach einer arbeitsintensiven Woche, in Zeiten der Trauer und Trostlosigkeit. Ich sp\u00fcre dann der Tragkraft meines Glaubens, des christlichen Glaubens, nach und werde einf\u00fchlsam und dankbar daf\u00fcr, wo ich von Gott getragen wurde.<br>Ebenso wichtig wie der R\u00fcckblick ist der Ausblick \u2013 getragen wie von Adlerfl\u00fcgeln, schenkt uns Gott immer wieder den \u00dcberblick \u00fcber mein Leben, damit ich den Sinn des Lebens und das Ziel meines Glaubens nicht aus den Augen verlieren: \u201eIhr [werdet] unter allen V\u00f6lkern mein besonderes Eigentum sein. [\u2026 ihr] sollt mir als ein K\u00f6nigreich von Priestern und als ein heiliges Volk geh\u00f6ren\u201c(Ex 19,5-6). Was f\u00fcr eine Berufung: Gott trennt sich nicht von uns, sondern will eine ganz intensive Beziehung und Bindung mit uns eingehen, einen Bund mit uns. Wir sind etwas Besonderes f\u00fcr ihn: ein K\u00f6nigreich von Priestern \u2013 und damit sind wir alle gemeint! Als Christen wurde uns in unserer Taufe diese W\u00fcrde<br>zuteil: jeder Mann und jede Frau, jedes Kind ist gesalbt zum Priester, K\u00f6nig und Propheten und geh\u00f6rt als Gesalbter, als Christ, so zum Volk Gottes: \u201eWir sind [\u2026] sein Volk und die Herde seiner Weide\u201c (Ps 100,3), hei\u00dft es im Psalm 100. Gott ist unser Hirt: als der gute Hirte sorgt er f\u00fcr uns \u2013 auf seine Weise und nicht immer wie wir das gerne h\u00e4tten.<br>Als menschgewordener Gottessohn setzt Jesus sich f\u00fcr die Menschen in ihren N\u00f6ten ein. Er sagt, er sei aus Gott gekommen um die Berufung Israels zu erf\u00fcllen und zu vollenden, ein priesterliches Volk zu sein, damit alle erfahren k\u00f6nnen, dass Gott den Menschen nahe ist, dass er sie f\u00fchrt und nicht verf\u00fchrt, dass er sie nicht in Irre leitet, weil er der gute Hirt ist. Damit diese F\u00fcrsorge Gottes sp\u00fcrbar und sichtbar wird, setzt er Helfer ein, Gesandte, Apostel, einfache Leute wie du und ich und ganz verschieden: Fischer und Z\u00f6llner, Leute die ganz in der Tradition der hebr\u00e4ischen Kultur zu Hause sind, und solche, die gepr\u00e4gt sind von der Weite und Offenheit der griechischen Kultur im R\u00f6mischen Reich. Jesus sendet sie in die Lebensw\u00fcste, die Ersch\u00f6pfung und M\u00fcdigkeit der Menschen, zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel; wie Hirten sollen f\u00fcr sie da sein, sie st\u00e4rken und aufrichten, sie tragen \u201ewie auf Adlerfl\u00fcgeln\u201c. Da gibt es viel zu tun, auch heute: \u201eDie Ernte ist gro\u00df, aber es gibt nur wenig Arbeiter. Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter f\u00fcr seine Ernte auszusenden\u201c (Mt 9,37-38). Arbeiter sind nicht nur die Priester \u2013 ein priesterliches Volk sind wir alle. Wir alle sind berufen, uns senden zu lassen, als Arbeiterinnen und Arbeiter in seine Ernte, als Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des guten Hirten. AMEN.<\/p>\n\n\n\n<p><br \/><br \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ex 19,2-6 + Mt 9,36-10,8 Liebe Schwestern und Br\u00fcder, liebe Kinder, liebe Jugendliche!Gott kann mir gestohlen bleiben: Ich bin dankbar, dass mir mein Glaube abhandengekommen ist; dankbar, dass andere mir eigeredet haben, \u201eohne Gott lebt sich\u2019s leichter\u201c und mich meines Glaubens beraubt haben; dankbar, dass ich Gott einfach fallengelassen und l\u00e4ngst aufgegeben habe. Ich kann [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":2695,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[36,32],"tags":[],"class_list":["post-3261","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-36","category-evangelium-predigten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.st-franziskus-schwarzenbach-saale.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3261","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.st-franziskus-schwarzenbach-saale.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.st-franziskus-schwarzenbach-saale.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.st-franziskus-schwarzenbach-saale.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.st-franziskus-schwarzenbach-saale.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3261"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.st-franziskus-schwarzenbach-saale.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3261\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3264,"href":"https:\/\/www.st-franziskus-schwarzenbach-saale.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3261\/revisions\/3264"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.st-franziskus-schwarzenbach-saale.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/2695"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.st-franziskus-schwarzenbach-saale.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3261"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.st-franziskus-schwarzenbach-saale.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3261"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.st-franziskus-schwarzenbach-saale.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3261"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}