{"id":3253,"date":"2023-05-29T20:37:29","date_gmt":"2023-05-29T20:37:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.st-franziskus-schwarzenbach-saale.de\/?p=3253"},"modified":"2025-04-21T17:17:15","modified_gmt":"2025-04-21T17:17:15","slug":"predigt-7-so-osterzeit-a","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.st-franziskus-schwarzenbach-saale.de\/?p=3253","title":{"rendered":"PREDIGT 7. SO OSTERZEIT (A)"},"content":{"rendered":"\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>1 Petr 4,13-16 + Joh 17,1-11a<\/strong><\/p>\n<p>Liebe Schwestern und Br\u00fcder, liebe Kinder, liebe Jugendliche!<br \/>Aus der Zeit gefallen \u2013 altmodisch \u2013 nicht mehr up to date \u2013 von gestern \u2013 das verbinden wir mit dieser Redewendung aus der Zeit gefallen. Aus der Zeit gefallen, der erste Petrusbrief und die heutige Lesung daraus, weil er auf die Situation christlicher Gemeinden zu Beginn des 2. Jahrhunderts n.Chr. eingeht: Es ist eine Gemeinde in der Diaspora in \u201eheidnischer Umwelt\u201c, die einen Weg zwischen Anpassung und Absonderung; geht. Die Christen damals waren anders; die \u201eHeiden\u201c nahmen Ansto\u00df an ihnen und ihrem gelebten Glauben. Beschimpfungen und (in 1 Petr 4,13-16 nicht n\u00e4her definierte) \u201eLeiden\u201c wegen ihres Christseins waren an der Tagesordnung \u2013 auch gewaltt\u00e4gige Reaktionen darauf, die der Autor des Petrusbriefes klar ablehnt, weil sie nicht mit der Botschaft Jesu zu rechtfertigen waren.<br \/>Aus der Zeit gefallen \u2013 und doch aktuell, der erste Petrusbrief: Ermutigung in der damaligen Zeit der Verfolgung \u2013 Ermutigung f\u00fcr uns heute, die wir uns oftmals rechtfertigen m\u00fcssen, warum wir Christen sind, warum wir unseren Glauben leben, warum wir zum Gottesdienst gehen.<br \/>Aus der Zeit gefallen \u2013 bei uns, aber Realit\u00e4t in anderen L\u00e4ndern: Der erste Petrusbrief eine Erinnerung daran, dass es heute noch Christenverfolgung gibt und Christen die weltweit am meisten verfolgte Religionsgruppe sind.<br \/>Aus der Zeit gefallen \u2013 auch das heutige Evangelium. Am Donnerstag haben wir Christi Himmelfahrt gefeiert: Jesus Christus ist zu Gott, seinem Vater, heimgekehrt, in seine Geborgenheit, in seine Liebe \u2013 das ist Himmel. Heute nun ein Text aus den Abschiedsreden Jesu, die er nach der Chronologie des Johannesevangeliums nach dem Abendmahl und vor dem Gang zum \u00d6lberg gehalten haben soll. Sie passen chronologisch nicht in die Zeit im Kirchenjahr nach Leiden und Kreuzigung, Auferstehung und Himmelfahrt Jesu \u2013 und wirken wie aus der Zeit gefallen, weil im Jesu \u201eHeimgang zum Vater\u201c im Johannesevangelium noch bevorsteht (vgl. Joh 17,11a).<br \/>Aus der Zeit gefallen \u2013 und doch passt Joh 17,1-11a in die Zwischen-Zeit zwischen Himmelfahrt und Pfingsten, weil Jesus f\u00fcr die Seinen, die Gott ihm anvertraut hat, betet \u2013 und ihnen ewiges Leben schenkt. Die J\u00fcnger und auch wir d\u00fcrfen teilhaben an dem, was Jesus im Johannesevangelium noch bevorsteht: von den Toten auferstehen. Wir im Heute tun uns leichter, als die J\u00fcnger damals, weil wir von der Auferstehung wissen und einfacher glauben k\u00f6nnten, dass der Tod nicht das Ende ist und erlebtes oder gef\u00fchltes Leid ein Ende haben wird: Auferstehung zum Leben \u2013 und doch tun wir heutige Menschen uns schwerer denn je mit dem Glauben daran.<br \/>Aus der Zeit gefallen \u2013 entscheidend ist die ewige Verbindung zwischen Christus und dem Vater und der die Zeit \u00fcberdauernden Verbundenheit von Jesus und den J\u00fcngern und uns. Durch ihn, Jesus Christus, sind wir mit dem Vater verbunden und haben (durch die Taufe) Anteil an der Auferstehung.<br \/>Aus der Zeit gefallen \u2013 Worte nicht aus unserer Zeit und doch sind Jesu Worte Worte f\u00fcr alle Zeiten: Worte, welche die J\u00fcnger beherzigen sollen:<br \/>Jesus sagt den J\u00fcngern in der Abschiedsrede, Gott solle ihn verherrlichen, ihm also die Ehre geben \u2013 die von Gott geschenkte W\u00fcrde und Liebe soll an Jesus offenbar werden \u2013 und dadurch auch Gott verherrlicht werden.<br \/>Diese W\u00fcrde ist allen geschenkt, die an Jesus Christus als den Sohn des lebendigen und lebendig machenden Gottes glauben: Verherrlichung und damit Teilhabe am ewigen Leben bei Gott unserem Vater. So wie Jesus nach seiner Himmelfahrt beim Vater ist, werden auch wir dort sein.<br \/>Die Liebe, die Jesus den Menschen und den J\u00fcngerinnen und J\u00fcngern erwies ist nicht aus der Zeit gefallen, sondern bleibt pr\u00e4gend f\u00fcr alle Zeiten und charakteristisch f\u00fcr das Christentum: eine dienende sich zuwendende Liebe, die in der Fu\u00dfwaschung, die Jesus an den J\u00fcngern vollzieht, ein Vorbild hat und zur Nachahmung und gelebter Nachfolge einl\u00e4dt.<br \/>Und schlie\u00dflich das Gebet: Im Johannesevangelium ist das Vaterunser nicht \u00fcberliefert, daf\u00fcr aber die Abschiedsreden Jesu, die zugleich ein Gebet an Gott, seinen Vater sind. Sie sind eine Einladung zum Gebet \u2013 jetzt in dieser Zwischen-Zeit besonders um Gottes Heiligen Geist, der neu belebt und lebendig macht. Beten wir um Gottes Geist f\u00fcr das eigene Leben und den eigenen, oftmals erstarrten Glauben; beten wir um Gottes Geist f\u00fcr unsere Kirche um neue Lebendigkeit; beten wir um Gottes Geist f\u00fcr die Welt \u2013 das ist nicht aus der Zeit gefallen, sondern n\u00f6tiger denn je. AMEN.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1 Petr 4,13-16 + Joh 17,1-11a Liebe Schwestern und Br\u00fcder, liebe Kinder, liebe Jugendliche!Aus der Zeit gefallen \u2013 altmodisch \u2013 nicht mehr up to date \u2013 von gestern \u2013 das verbinden wir mit dieser Redewendung aus der Zeit gefallen. 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