{"id":3231,"date":"2023-03-12T18:59:56","date_gmt":"2023-03-12T18:59:56","guid":{"rendered":"https:\/\/www.st-franziskus-schwarzenbach-saale.de\/?p=3231"},"modified":"2025-04-21T17:17:15","modified_gmt":"2025-04-21T17:17:15","slug":"predigt-3-fastensonntag-a","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.st-franziskus-schwarzenbach-saale.de\/?p=3231","title":{"rendered":"PREDIGT 3. FASTENSONNTAG (A)"},"content":{"rendered":"\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Ex 17,3-7 + Joh 4,5-42 (Langfassung)<\/strong><\/p>\n<p>Liebe Schwestern und Br\u00fcder, liebe Kinder, liebe Jugendliche!<br \/>Trockenheit \u2013 Ausgedorrt-Sein. Der Durst unserer Erde, des Erdbodens \u2013 trotz des Regens und des Niederschlags der letzten Tage ist Wasserknappheit: aufgrund der zu trockenen Sommer und zu niederschlagsarmen Winter ist der Grundwasserspiegel dramatisch gesunken \u2013 mancherorts \u00fcber 2 Meter \u2013 flachwuzelnde Pflanzen und B\u00e4ume verdorren; ein Ph\u00e4nomen mit dem Teile Afrikas schon seit Jahrzehnten zu k\u00e4mpfen hat. Die einst gegrabenen Brunnen f\u00fchren kein Wasser mehr; sie reichen nicht mehr bis in die wasserf\u00fchrenden Schichten. Wir wollten diese Anzeichen des schleichenden Klimawandels auf unserer Welt \u00fcber Jahrzehnte nicht sehen\u2026<br \/>Wasser ist Leben: unser \u201eBlauer Planet\u201c (vgl. MISEREOR-Fastentuch) besteht zum Gro\u00dfteil aus Wasser: Salzwasser, S\u00fc\u00dfwasser und Trinkwasser. Doch auch dieses Wasser ist bedroht durch die Verm\u00fcllung und Vergiftung der Ozeane; Vielerorts gibt es keinen gesicherten Zugang zu sauberem, trinkbarem Wasser. Trockenheit \u2013 Ausgedorrt-Sein: Die Lebensgrundlage vieler Menschen steht auf dem Spiel: Wasser ist Leben \u2013 Wasser ist \u00dcberleben; da geht es vielen Menschen nicht anders als dem murrenden Volk Israel in der W\u00fcste: Wasser und das (\u00dcber-)Leben sind den Menschen wichtiger als die Freiheit, in die Mose sie mit Gottes Hilfe gef\u00fchrt hatte (vgl. Ex 17,3).<br \/>Trockenheit \u2013 Ausgedorrt-Sein: Wasser ist Leben \u2013 Wasser des Lebens. Die Frau, die zum Jakobsbrunnen kommt (vgl. Joh 4,5-42), d\u00fcrstet nach Leben \u2013 nach der F\u00fclle des Lebens, nach der F\u00fcllung mit Leben und nach der Erf\u00fcllung im Leben. Das ist der Durst der Samariterin \u2013 er hat mehrere Ebenen: tagt\u00e4glich der weite Weg zum Brunnen um Wasser zu sch\u00f6pfen \u2013 hin und zur\u00fcck \u2013 fl\u00fcchtige oder zerbrochene Beziehungen, geschieden oder verwitwet sein, immer wieder eine neue Beziehung beginnen (m\u00fcssen) und (in der damaligen Zeit) vom Mann abh\u00e4ngig sein \u2013 sich immer wieder (vor anderen) rechtfertigen m\u00fcssen \u2013 das ersch\u00f6pft, zerm\u00fcrbt, trocknet aus.<br \/>Die Frau kommt in der sechsten Stunde zum Brunnen \u2013 in der gl\u00fchenden Mittagshitze. Keine(r) verl\u00e4sst zu dieser Zeit das Haus um den beschwerlichen Weg zum Brunnen und zur\u00fcck zu gehen \u2013 Jesus macht eine Mittagsrast, Siesta am Brunnen. Frauen gehen normalerweise in der K\u00fchle des Morgens zum Brunnen \u2013 auch um sich zu treffen: der Brunnen als Begegnungsort und zum Austausch von Neuigkeiten. Die Samariterin geht mittags \u2013 sie will niemanden treffen und trifft auf Jesus. F\u00fcr sie wird der Brunnen zu einem besonderen Begegnungsort, zu einem Ort des Lebens.<br \/>Die Frau k\u00e4mpft gegen D\u00fcrre und Leere in ihrem Leben an: Sie will Leben. Sie sch\u00f6pft Wasser gegen die Ersch\u00f6pfung \u2013 und erkennt Gott als Sch\u00f6pfer des Lebens an. Es ist die Bitte um Wasser \u2013 beide bitten, die samaritische Frau und Jesus \u2013 ein Dialog, der \u201eGrenzen\u201c \u00fcberschreitet: Es galt als unschicklich, wenn ein wildfremder Mann eine Frau ansprach (vgl. Joh 4,27) \u2013 es sei denn, er hatte eindeutige Absichten und die waren weit mehr als nur Wasser\u2026 Zudem vermieden Juden das Gespr\u00e4ch mit Samaritern. Trotzdem l\u00e4sst sich die Frau in ihrem Durst nach Leben auf dieses unm\u00f6gliche Gespr\u00e4ch mit dem Fremden ein, das Frage f\u00fcr Frage rasch in die Tiefe geht:<br \/>Der Fremde wird f\u00fcr sie zur sprudelnden Quelle, die Leben und neue Lebendigkeit schenkt, ja sogar ins ewige Leben flie\u00dft (vgl. Joh 4,14). Die Frau erahnt in dem Fremden den Messias, den Christus (vgl. Joh 4,25.29).<br \/>Ein Dialog der Nationen und Religionen auch \u00fcber so manche Grenze hinweg, ist m\u00f6glich: Gott als Sch\u00f6pfer anzuerkennen, die Sch\u00f6pfung zu bewahren und Leben auch f\u00fcr nachfolgende Generationen zu erm\u00f6glichen, ist Gabe und Aufgabe Gottes an alle Menschen. Darauf verweisen auch die beiden H\u00e4ndepaare auf dem MISEREOR-Fastentuch, die die fragile und labile Erde (er-)halten. Wir haben es in der Hand: Nicht \u00d6lquellen sind entscheidend, sondern die Quelle, die sich allen schenkt und dem Leben dient und nicht der Bereicherung Einzelner \u2013 f\u00fcr uns Christen ist Jesus Christus diese Quelle des Lebens und der ist f\u00fcr uns der \u201eRetter der Welt\u201c (Joh 4,42).<br \/>Es braucht Begegnungsorte mit Jesus Christus, weil der Grundwasserspiegel des Glaubens rapide gesunken ist: Glaube und Glaubensinhalte sind bei vielen vertrocknet, ja \u00fcber Jahre verdorrt. Wir brauchen das Wasser des Lebens, das uns Jesus Christus als Quelle des Lebens schenkt. Jesus Christus ist da: Er wartet selbst in der Mittagshitze auf uns, auf die Begegnung mit uns und dass wir uns auf das Gespr\u00e4ch mit IHM einlassen, wie die Samariterin. Diese Frau schenkt weiter, was sie selbst erf\u00fcllt hat. Sie wird zur Schale, die weitergibt, ohne leer zu werden. Sie k\u00e4mpft an gegen den Durst und die D\u00fcrre in ihrem Leben und gegen das Ausgedorrt-Sein ihrer Mitmenschen. Die Frau wird zur Verk\u00fcnderin (vgl. Joh 4,28-29.39): von der Wassertr\u00e4gerin zu Apostelin in einer m\u00e4nnerdominierten Welt \u2013 eine Wandlung und \u00d6ffnung durch die Begegnung mit Jesus Christus \u2013 auch in unserer katholischen Kirche, an diesem Wochenende (vgl. Entscheidung d. Synodalen Weges). AMEN.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"576\" src=\"https:\/\/www.st-franziskus-schwarzenbach-saale.de\/wpsf\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/hungertuch2023-1024x576.png\" alt=\"Das Misereor-Hungertuch 2023 \u201eWas ist uns heilig?\u201c von Emeka Udemba \u00a9 Misereor\" class=\"wp-image-3229\" srcset=\"https:\/\/www.st-franziskus-schwarzenbach-saale.de\/wpsf\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/hungertuch2023-1024x576.png 1024w, https:\/\/www.st-franziskus-schwarzenbach-saale.de\/wpsf\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/hungertuch2023-300x169.png 300w, https:\/\/www.st-franziskus-schwarzenbach-saale.de\/wpsf\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/hungertuch2023.png 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Das Misereor-Hungertuch 2023 \u201eWas ist uns heilig?\u201c von Emeka Udemba \u00a9 Misereor<\/figcaption><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ex 17,3-7 + Joh 4,5-42 (Langfassung) Liebe Schwestern und Br\u00fcder, liebe Kinder, liebe Jugendliche!Trockenheit \u2013 Ausgedorrt-Sein. 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