{"id":3157,"date":"2022-05-12T18:56:06","date_gmt":"2022-05-12T18:56:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.st-franziskus-schwarzenbach-saale.de\/?p=3157"},"modified":"2025-04-21T17:17:16","modified_gmt":"2025-04-21T17:17:16","slug":"predigt-4-sonntag-in-der-osterzeit-c","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.st-franziskus-schwarzenbach-saale.de\/?p=3157","title":{"rendered":"PREDIGT 4. SONNTAG IN DER OSTERZEIT (C)"},"content":{"rendered":"\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Apg 13,14.43-52 + Joh 10,27-30<\/strong><\/p>\n<p>Liebe Schwestern und Br\u00fcder, liebe Kinder und Jugendliche!<br \/>Hirte sein \u2013 ein Beruf, den heutzutage kaum mehr einer machen will: immer drau\u00dfen, scheinbar nur dumm rumstehen \u2013 so die klischeehafte Vorstellung, die auch in einem Zeitungsartikel der Heimatzeitung meiner Eltern zu lesen war; dabei ist Hirte sein ein Beruf, der viel Einf\u00fchlungsverm\u00f6gen erfordert f\u00fcr jedes einzelne Schaf und seine Bed\u00fcrfnisse.<br \/>Schaf sein \u2013 will aber auch niemand: Wer will sich schon sagen lassen, wo es lang geht? Wer will sich schon gern f\u00fchren lassen und dumm wie ein Schaf oder lammfromm hinter einem Hirten her trotten? Selbstbestimmt wollen wir Menschen heute leben. Das Beziehung und die Bezogenheit vom \u201eguten Hirten\u201c und den \u201eh\u00f6rigen Schafen\u201c st\u00f6\u00dft heutzutage vielen auf: Es ist nicht ihr Bild von Kirche. Viele st\u00f6ren sich an den Hirten unser Tage und an Hirten vergangener Zeit und ihrem Versagen.<br \/>Wenn wir das Bild vom Hirten und der Herde aus biblischer Sicht sehen, dann ist Jesus Christus der gute Hirte \u2013 er allein. \u201eIch bin der gute Hirt\u201c (Joh 10,11.14), sagt Jesus wenige Verse vor dem heutigen Evangelien-Abschnitt (Joh 10,27-30). Bei Jesus und seiner Vorstellung von Hirte und Herde geht es nicht um eine Hierarchie unter den Menschen, nicht um eine \u00dcber- und Unterordnung von Klerikern und Laien, nicht um Macht oder Vorrangstellung unter den Sch\u00e4fchen. Jesus Christus geht es um gelebte Zugeh\u00f6rigkeit. In dem Wort \u201eZugeh\u00f6rigkeit\u201c steckt das Wort \u201eh\u00f6ren\u201c drin; ich geh\u00f6re dazu; ich habe ein Geh\u00f6r, um aus dem Gewirr der Stimmen, Laute und Kl\u00e4nge, die Stimme des Hirten zu h\u00f6ren. Auf das \u201eH\u00f6ren\u201c kommt es also an! Jesus sagt: Die ihm Zugeh\u00f6rigen \u201eh\u00f6ren auf meine Stimme: ich kenne sie, und sie folgen mir\u201c (Joh 10,27). Auf die Stimme Jesu, sollen wir h\u00f6ren. Als Hirte wei\u00dft er den Weg zum Leben \u2013 im Hier und Jetzt \u2013 und dar\u00fcber hinaus. Wer Jesus Christus dem guten Hirten folgt, dessen Lebensweg endet nicht in einer Sackgasse, sondern f\u00fchrt ins ewige Leben (vgl. Joh 10,28). Wer Jesus Christus folgt, dessen Leben ist geborgen in Gottes Hand \u2013 er l\u00e4sst die Menschen nicht fallen \u2013 er f\u00e4ngt vielmehr auf, wenn wir von Menschen fallengelassen werden.<br \/>F\u00fcr viele Christen ist genau das in Psalm 23 ausgesagt: \u201eDer Herr ist mein Hirte\u2026\u201c. Der Beter\/die Beterin des bekannten und beliebten Psalms hat dieses Urvertrauen, dass Gott ihn\/sie f\u00fchren wird: auf gute Weide, durch Krisen hindurch und auch auf schwierigen Abschnitten auf dem Lebensweg. Ihm, dem guten Hirten, vertrauen \u2013 sp\u00fcren, dass er es gut meint, dass er der Weg zum Leben ist (vgl. Joh 14,6). \u201eWenn ich Jesus Christus nicht gehabt h\u00e4tte, w\u00e4re ich verloren gewesen; dann w\u00fcrde ich heute nicht mehr leben\u201c, derartige Aussagen begegnen mir immer wieder in Seelsorgegespr\u00e4chen.<br \/>Der Weg mit Jesus Christus f\u00fchrt ins Leben und nicht in den Tod \u2013 das ist der Unterschied zu den F\u00fchrern, Verf\u00fchrern und Machthabern vergangener Tage und der heutigen Zeit. Auf das H\u00f6ren kommt es an \u2013 da-rauf genau hinzuh\u00f6ren, um nicht auf falsche Botschaften und Nachrichten oder auf lebenszerst\u00f6rende Befehle hereinzufallen. Es geht darum, das Leben zu sch\u00fctzen von Anfang an \u2013 das ist echte \u201eHirtensorge\u201c f\u00fcr das Leben und \u201eF\u00fchrungsaufgabe\u201c zu gelingendem Leben. Vor 77 Jahren, am 08. Mai 1945, war der zweite Weltkrieg zu Ende; Hitler, der F\u00fchrer und Verf\u00fchrer so vieler Menschen, der viele Soldaten in den Tod gef\u00fchrt hat und durch den grausamen und menschenverachtenden Krieg viele Menschen, darunter \u00fcber 6 Millionen Juden, um ihr Leben gebracht hat, war besiegt. Heute sehen wir mit Sorge, dass Geschichte sich wiederholt und der russische F\u00fchrer Tod und Leid \u00fcber viele Menschen bringt. Dieser Weg f\u00fchrt nicht zum Frieden und dient nicht dem Leben. Das Vorbild vom guten Hirten ist heute aktueller und konkreter denn je.<br \/>Am heutigen \u201eGute-Hirten-Sonntag\u201c wird um geistliche Berufungen gebetet \u2013 in Oberkotzau sogar die ganze Nacht hindurch. Jesus, dem guten Hirten nachfolgen in verschiedenen Berufen der Kirche: als Gemeinde- und Pastoralreferent, als Kinderg\u00e4rtnerin oder Religionslehrer, als Ordensfrau oder Priester, im Pfarrgemeinderat, als Mutter und Vater, als Oma und Opa \u2013 wir alle sind Gerufene. H\u00f6ren wir auf die Stimme von Jesus Christus; h\u00f6ren wir auf sein Wort und seine Wegweisung zum Leben. Sagen wir die Botschaft des guten Hirten weiter, wie Paulus und Barnabas (vgl. Apg 13,14.43-52). F\u00fchren wir Menschen zu Jesus Christus \u2013 nicht mit Zwang oder Drohung, sondern behutsam und z\u00e4rtlich \u2013 wie der gute Hirte. AMEN.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Apg 13,14.43-52 + Joh 10,27-30 Liebe Schwestern und Br\u00fcder, liebe Kinder und Jugendliche!Hirte sein \u2013 ein Beruf, den heutzutage kaum mehr einer machen will: immer drau\u00dfen, scheinbar nur dumm rumstehen \u2013 so die klischeehafte Vorstellung, die auch in einem Zeitungsartikel der Heimatzeitung meiner Eltern zu lesen war; dabei ist Hirte sein ein Beruf, der viel [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":2695,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[34,26],"tags":[],"class_list":["post-3157","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-34","category-dp-2035"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.st-franziskus-schwarzenbach-saale.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3157","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.st-franziskus-schwarzenbach-saale.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.st-franziskus-schwarzenbach-saale.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.st-franziskus-schwarzenbach-saale.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.st-franziskus-schwarzenbach-saale.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3157"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.st-franziskus-schwarzenbach-saale.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3157\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3158,"href":"https:\/\/www.st-franziskus-schwarzenbach-saale.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3157\/revisions\/3158"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.st-franziskus-schwarzenbach-saale.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/2695"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.st-franziskus-schwarzenbach-saale.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3157"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.st-franziskus-schwarzenbach-saale.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3157"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.st-franziskus-schwarzenbach-saale.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3157"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}