{"id":3152,"date":"2022-04-28T19:29:44","date_gmt":"2022-04-28T19:29:44","guid":{"rendered":"https:\/\/www.st-franziskus-schwarzenbach-saale.de\/?p=3152"},"modified":"2025-04-21T17:17:16","modified_gmt":"2025-04-21T17:17:16","slug":"predigt-2-sonntag-in-der-osterzeit-c","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.st-franziskus-schwarzenbach-saale.de\/?p=3152","title":{"rendered":"PREDIGT 2. SONNTAG IN DER OSTERZEIT (C)"},"content":{"rendered":"\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Offb 1,9-11a.12-13.17-19 + Joh 20,19-31<\/strong><\/p>\n<p>Was verleiht dem sogenannten Wei\u00dfen Sonntag seinen \u201efarbigen\u201c Namen? Eine Frage, die auch G\u00fcnter Jauch bei \u201eWer wird Million\u00e4r?\u201c stellen k\u00f6nnte. Wissens Sie\u2019s? Was verleiht dem Wei\u00dfen Sonntag seinen Namen?<br \/>a) Das Wei\u00df der zu dieser Zeit bl\u00fchenden Kirsch- und Apfelb\u00e4ume?<br \/>b) Das wei\u00dfe Taufkleid der in der Osternacht getauften Christen?<br \/>c) Der wei\u00dfe Schnee, der bei der erstmaligen Feier gefallen ist?<br \/>d) Die wei\u00dfen Schafe, die an diesem Tag auf die Weide gebracht wurden?<\/p>\n<p>Wissens Sie\u2019s? Was verleiht dem \u201eWei\u00dfen Sonntag\u201c seinen Namen?<\/p>\n<p>Das Eingangslied hat die Antwort schon verraten: \u201eZum Mahl des Lammes schreiten wir mit wei\u00dfen Kleidern angetan\u201c (Gotteslob 642). Bis zu zum Sonntag nach Ostern, dem Wei\u00dfen Sonntag, trugen die in der Osternacht Getauften die wei\u00dfen Taufkleider und gingen in diesem Festgewand der Christen zum ersten Mal zum Tisch des Herrn: \u201eZum Mahl des Lammes schreiten wir mit wei\u00dfen Kleidern angetan.\u201c Am Wei\u00dfen Sonntag wurde und wird nicht nur am vielen Orten Erstkommunion gefeiert, sondern dieser Tag baut auch eine Br\u00fccke vom Osterfest in den Glaubensalltag \u2013 dorthin, wo sich der in der Taufe empfangene und durch Gespr\u00e4che vertiefte Glaube bew\u00e4hren muss: Glaubst du das, was du in der Taufe und an Ostern gefeiert hast?<br \/>Der Apostel Thomas wird uns im Evangelium als Zweifler im Glauben und als Vorbild im Glauben vorgestellt. Die \u00e4ngstlichen J\u00fcnger verkriechen sich und igeln sich ein. Der Auferstandene kommt in ihre Verschlossenheit und zeigt, wie Ostern ver\u00e4ndert, ohne das Bisherige zu verdr\u00e4ngen: Er tr\u00e4gt weiterhin die Wundmale der Kreuzigung. Er ist der auferstandene Gekreuzigte \u2013 kaum zu glauben. Unter den J\u00fcngern erweist sich der gr\u00f6\u00dfte Zweifler, der \u201eungl\u00e4ubige Thomas\u201c, als der Gl\u00e4ubigste: Thomas will kein oberfl\u00e4chliches Wunder; er kann nicht einfach an die Auferstehung Jesu glauben; er will die Wundmale sehen und sie begreifen \u2013 geistlich und mit den H\u00e4nden. Ob Thomas es gewagt hat, die Finger in die wunden Punkte seines Glaubens zu legen, ob er die Finger in die Wundmale des auferstandenen Gekreuzigten gelegt hat, l\u00e4sst die Bibel offen. Aber sein Bekenntnis reicht in die Tiefe: niemand sonst (au\u00dfer dem heidnischen Hauptmann in Mk 15,39; Mt 27,54) bezeichnet in den Evangelien Jesus als Gott(es Sohn). Thomas spricht das aus: \u201eMein Herr und mein Gott\u201c (Joh 20,28). Aus dem \u201eungl\u00e4ubigen Thomas\u201c wird der \u201egl\u00e4ubige Thomas\u201c. Die Sympathie des Auferstandenen f\u00fcr den \u201eZweifler\u201c ist deutlich zu sp\u00fcren: Jesus Christus l\u00e4sst die Zweifel des Thomas zu und wertet sie nicht negativ ab. Es scheint fast, dass er den Mut des Thomas guthei\u00dft, seine Glaubenszweifel offen und ehrlich auszusprechen. Der Auferstandene will einen Glauben, der in die Tiefe geht und aus der Tiefe des Herzens kommt. Genau das ist es bei Thomas \u2013 ein Glaubensbekenntnis aus tiefstem Herzen: \u201eMein Herr und mein Gott\u201c (Joh 20,28). <\/p>\n<p>Was kann das f\u00fcr meinen Glauben bedeuten?<br \/>Thomas hatte den Vorteil, dass der Auferstandene ihm begegnet ist \u2013 leibhaftig, von Angesicht zu Angesicht. Doch der Auferstandene gibt auch mir \u2013 ja uns allen, die im Heute leben \u2013 im Evangelium eine Botschaft mit. \u201eSelig sind, die nicht sehen und doch glauben\u201c (Joh 20,29).<br \/>\u201eNicht sehen und doch glauben\u201c (Joh 20,29) meint keinen Glauben, der ohne (Nach-)Denken auskommt. Es ist vielmehr ein Glaube, der mit allen Sinnen sucht, der hinterfragt und hinter der Dunkelheit von Leid und Tod das Licht von Ostern zu erkennen vermag. Dazu braucht es Geist und Verstand \u2013 den Geist der Erkenntnis, den der Auferstandene den J\u00fcngern z\u00e4rtlich zuhaucht: \u201eEmpfangt den Heiligen Geist!\u201c (Joh 20,22). Uns allen ist dieser Geist Gottes in Taufe und Firmung geschenkt. Das wei\u00dfe Taufkleid, das dem Symbol des Heiligen Geistes, der wei\u00dfen Taube, gleicht, erinnert uns daran, dass wir die uns geschenkten Geistesgaben nutzen sollen, um die Angst zu \u00fcberwinden und Zweifel zuzulassen, um immer tiefer zu verstehen und zu glauben. \u201eNoch viele andere Zeichen\u201c (Joh 20,30) sind nach dem Zeugnis des Johan-nesevangeliums geschehen und geschehen immer noch: Zeichen, Wunder und Beweise, dass Jesus Christus lebt und auch heute noch wirkt. Auf mich, auf uns und auf alle gl\u00e4ubigen Zweifler und zweifelnden Gl\u00e4ubigen wartet \u2013 wie auf Thomas (und den heidnischen Hauptmann) \u2013 eine lebenslange Entdeckungsreise des Glaubens und mein pers\u00f6nliches Glaubensbekenntnis, das ich heute in aller Stille vor Gott aussprechen: kurze Stille AMEN.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":1,"featured_media":2695,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[34,32],"tags":[],"class_list":["post-3152","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-34","category-evangelium-predigten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.st-franziskus-schwarzenbach-saale.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3152","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.st-franziskus-schwarzenbach-saale.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.st-franziskus-schwarzenbach-saale.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.st-franziskus-schwarzenbach-saale.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.st-franziskus-schwarzenbach-saale.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3152"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.st-franziskus-schwarzenbach-saale.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3152\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3153,"href":"https:\/\/www.st-franziskus-schwarzenbach-saale.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3152\/revisions\/3153"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.st-franziskus-schwarzenbach-saale.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/2695"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.st-franziskus-schwarzenbach-saale.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3152"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.st-franziskus-schwarzenbach-saale.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3152"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.st-franziskus-schwarzenbach-saale.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3152"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}