{"id":2948,"date":"2021-07-04T16:53:34","date_gmt":"2021-07-04T16:53:34","guid":{"rendered":"https:\/\/www.st-franziskus-schwarzenbach-saale.de\/?p=2948"},"modified":"2021-07-04T16:53:36","modified_gmt":"2021-07-04T16:53:36","slug":"predigt-14-so-i-jk-b","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.st-franziskus-schwarzenbach-saale.de\/?p=2948","title":{"rendered":"PREDIGT 14. So. i. JK (B)"},"content":{"rendered":"\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Ez 1,28b-2,5 + Mk 6,1b-6<\/strong><\/p>\n<p>Liebe Schwestern und Br\u00fcder, liebe Kinder und Jugendliche!<br \/>Den kenne ich \u2013 der ist genauso wie sein Vater und Gro\u00dfvater. Was soll ich da anderes erwarten: Stur bleibt stur. Ich kenne solche Einteilungen zu gen\u00fcge: Menschen werden in Schubladen gesteckt, sie werden nach dem Verhalten ihrer Vorfahren eingeteilt; in unseren D\u00f6rfern mit den engen sozialen Gef\u00fcgen ist das bis heute so\u2026 auch in einer kleinen Stadt ist das nicht viel anders. Das Schlimme an diesen Schubladen ist, dass der, der in eine solche eingekastelt wird, meist lebenslang darin gefangen ist. Ver\u00e4nderungen sind von vornherein ausgeschlossen, zumindest bei denen, die in Schubladen denken, da kann der in der Schublade sich noch so anstrengen: \u201eDas kann nicht sein \u2013 der war schon immer so!\u201c<br \/>Jesus geht es so im kleinen Kaff Nazareth, dem Heimatdorf seines Ziehvaters Josef: Dorthin kehrt er mit den J\u00fcngern zur\u00fcck. Zun\u00e4chst gibt es ungl\u00e4ubiges Staunen und gro\u00dfe Aufmerksamkeit f\u00fcr Jesus, als er in der Synagoge die Tora, die Heilige Schrift der Juden, erkl\u00e4rte. \u201eWoher hat er das alles? Was ist das f\u00fcr eine Weisheit, die ihm gegeben ist! Und was sind das f\u00fcr Machttaten, die durch ihn geschehen?\u201c (Mk 6,2). Offene Fragen, aber kein Interesse an der Botschaft Jesu \u2013 denn die Antworten der Bewohner der kleinen Stadt und der umliegenden D\u00f6rfer sind alles andere als offen: Jesus wird in die Schublade seiner scheinbaren Herkunft gepresst: \u201eIst das nicht der Zimmermann, der Sohn der Maria?\u201c (Mk 6,3); wie kann der, bei dieser Herkunft, so reden. Jesus erf\u00e4hrt Ablehnung, weil er nicht in die ihm zugedachte Schublade passt, weil er aus dem Rahmen der Erwartungen der Leute herausf\u00e4llt. Aber: Nicht etwa die Gottessohnschaft oder die Jungfrauengeburt sind f\u00fcr die Leute Stein des Ansto\u00dfes \u2013 davon erz\u00e4hlt des Evangelium nichts: das Markusevangelium beginnt mit dem \u201eerwachsenen Jesus\u201c. Bei der Taufe im Jordan wird nur Johannes dem T\u00e4ufer offenbart, dass dieser Mensch Gottes Sohn ist (vgl. Mk 1,9-11). Trotzdem ist f\u00fcr die Leute sp\u00fcrbar, dass Jesus anders ist. Statt dieses Au-\u00dferordentliche ernst zu nehmen und an die Gr\u00f6\u00dfe und Unbegreiflichkeit Gottes, der sich in Jesus Christus offenbart, zu glauben, lehnen sie Jesus ab \u2013 wie sie glauben aus guten Grund: weil Jesus nicht in ihre gedachte Lebensordnung passt und durch sein Anderssein Unordnung in ihrem Glaubenssystem stiftet. Ihnen fehlt der Glaube, dass Jesus im Auftrag seines himmlischen Vaters lebt, wirkt und heilt. Ohne den Glauben an die Wirkm\u00e4chtigkeit Gottes in Jesus Christus kann er in seiner Heimat keine Wunder tun \u2013 nur wundern kann er sich \u00fcber den Unglauben der Leute (vgl. Mk 6,5-6): \u201eDer Prophet gilt nichts im eigenen Land\u201c (vgl. Mk 6,4).<br \/>Was macht unser Menschsein wirklich aus?<br \/>Daheim werde ich oft \u00fcber meinen Vater definiert: \u201edem Saalers Bernhard sei Sohn, der wo Pfarrer is.\u201c Was wir k\u00f6nnen, ist uns vorgegeben \u2013<br \/>in unserer Familie geh\u00f6rte \u00fcber Generationen neben der Landwirtschaft die Herstellung von Seilen dazu. Heutzutage ist das anders: Wissen und Fertigkeiten werden nicht mehr nur vom Vater auf den Sohn vererbt, sondern auch an Schulen, durch Ausbildung und eigene Aneignung erworben. Heute bestimmen die eigenen Bildungsabschl\u00fcsse und geleistete Praktika die Berufsm\u00f6glichkeiten und Kariere \u2013 es bleibt aber ein Schubladendenken: was einer nicht von seinem Vater daheim oder vom seinem Ziehvater, dem Lehrer bzw. der Lehrerin in der Schule, im Betrieb oder an der Universit\u00e4t gelernt hat, wie und woher soll er das k\u00f6nnen?<br \/>Bei Jesus Christus bin ich mir sicher: aus der radikal ver\u00e4ndernden Kraft des Heiligen Geistes, mit dem ihn Gott bei der Taufe ausgestattet hat.<br \/>Als Priester habe ich mir einiges angeeignet und von meinen Eltern habe ich viel gelernt. Trotzdem frage ich mich manchmal: \u201eWoher habe ich das alles?\u201c Ich vertraue darauf, dass Gottes Heiliger Geist auch in mir wirksam und am Werk ist \u2013 in jedem Getauften und Gefirmten! Gestern war das eindrucksvoll bei der Firmung von 35 Jugendlichen in Oberkotzau sp\u00fcrbar: Gesendet zum Leben als m\u00fcndiger Christ\/m\u00fcndige Christin. Dieses Leben aus Gottes Geist ist kein exklusives Geschehen \u2013 berufen sind alle Getauften und Gefirmten! Wir sind berufen, unseren Glauben prophetisch zu leben. Ich bin berufen, mein einengendes Schubladendenken aufzugeben und daf\u00fcr Gottes Wirkm\u00e4chtigkeit in meinem Leben Raum zu geben. Lassen wir Gottes Geist in uns und durch uns wirken, denn Propheten sind wir alle \u2013 auch du und ich. AMEN.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ez 1,28b-2,5 + Mk 6,1b-6 Liebe Schwestern und Br\u00fcder, liebe Kinder und Jugendliche!Den kenne ich \u2013 der ist genauso wie sein Vater und Gro\u00dfvater. Was soll ich da anderes erwarten: Stur bleibt stur. 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