{"id":2946,"date":"2021-07-04T16:40:40","date_gmt":"2021-07-04T16:40:40","guid":{"rendered":"https:\/\/www.st-franziskus-schwarzenbach-saale.de\/?p=2946"},"modified":"2021-07-04T16:40:41","modified_gmt":"2021-07-04T16:40:41","slug":"predigt-13-so-i-jk-b","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.st-franziskus-schwarzenbach-saale.de\/?p=2946","title":{"rendered":"PREDIGT 13. So. i. JK (B)"},"content":{"rendered":"\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Weis 1,13-15; 2,23-24 + Mk 5,21-43<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Liebe Schwestern und Br\u00fcder, liebe Kinder und Jugendliche!<\/p>\n<p><em>Zw\u00f6lf Jahre<\/em><br \/><em>Zw\u00f6lf Jahre<\/em> \u2013 lange her, dass ich so alt war. Ich denke nach, wie das damals war, als ich zw\u00f6lf war\u2026 Zeit zum Nachdenken<br \/>Ich war damals in der sechsten Klasse \u2013 war auf dem Gymnasium und tat mich unendlich schwer, v.a. mit den Fremdsprachen. Zeit zum Spie-len am Bach blieb kaum noch, der Ernst des Lebens hatte begonnen. Mein Bruder war in diesem Jahr in die Schule gekommen ein zweiter Schreibtisch musste her, damit jeder in Ruhe arbeiten konnte.<br \/><em>Zw\u00f6lf Jahre<\/em><br \/><em>Zw\u00f6lf Jahre<\/em> \u2013 eine lange Zeit. Ich denke nach, was in den letzten zw\u00f6lf Jahren \u2026 und dar\u00fcber hinaus \u2026 alles passiert ist \u2026 Zeit zum Nachdenken<br \/>Bis 2003 hatte ich drei Jahre als Br\u00fcckenbauingenieur gearbeitet und mein erstes Geld verdient. Im Jahr 2003 habe ich mich durchgerungen, Theologie zu studieren \u2013 ich habe es nie bereut. In den letzten 12 Jahren war ich mehrere Monate in Afrika im Senegal und f\u00fcr zwei Jahre im Pas-toralpraktikum im Frankenwald \u2013 Zeiten, die mich und meinen Glauben gepr\u00e4gt haben. Ich bin fast auf den Tag genau seit zehn Jahren Priester; war zwei Jahre Kaplan in Ebermannstadt und vier Jahre pers\u00f6nlicher Re-ferent des Erzbischofs und habe rund um Sche\u00dflitz in Seelsorge und mit-geholfen und Gottesdienste gefeiert \u2013 seit fast vier Jahren bin ich hier in Hochfranken. Es ist viel passiert in den letzten 12 Jahren meines Lebens.<br \/>Zw\u00f6lf Jahre \u2013 ein Detail, das zwei Personen des heutigen Evangeliums verbindet, das todkranke M\u00e4dchen und die langzeitkranke Frau.<br \/>Zw\u00f6lf Jahre ist sie alt, die Tochter des Ja\u00efrus. Sie steht an der Schwelle des Erwachsenwerdens \u2013 voller Hoffnungen und voller Tr\u00e4ume. Sie hat mit ihren zw\u00f6lf Jahren nach den Vorstellungen der damaligen Gesell-schaft das heiratsf\u00e4hige Alter erreicht. Das Leben liegt eigentlich noch vor ihr: ein Mann, Familie, eigenen Kinder, doch sie ringt mit dem Tod.<br \/>Zw\u00f6lf Jahre lang Krankheit \u2013 eine lange Zeit, in der die Hoffnung auf Heilung Tag f\u00fcr Tag ein wenig mehr stirbt. Zw\u00f6lf lange Jahre von Arzt zu Arzt gerannt. Das ganze Ersparte daf\u00fcr ausgegeben \u2013 in der Hoffnung doch endlich wieder gesund zu werden. Keiner konnte ihr helfen. Alles vergebens, ohne Lebenskraft, v\u00f6llig ausgeblutet, den Tod vor Augen.<br \/>Beide, Jung und Alt, erhoffen sich durch die Ber\u00fchrung Heilung. Das Le-bensschicksal des M\u00e4dchens ber\u00fchrt Jesus. Er geht mit dem bittenden Ja\u00efrus zu dessen Haus. Sie m\u00fcssen sich durch die Menschenmenge hin-durchk\u00e4mpfen \u2013 Ber\u00fchrungen bleiben da nicht aus. Die kranke Frau nutzt die Verborgenheit in diesem Gedr\u00e4nge und greift nach dem Gewand Jesu wie nach einem rettenden Strohhalm, weil sie sich davon Heilung erhofft. Doch nicht ihr zupackendes Wesen rettet sie, sondern die pers\u00f6nliche Be-gegnung mit Jesus, der sich ihr zuwendet und ihren tiefen Glauben erkennt.<br \/>Mitten in dieses Heilwerden bricht die Nachricht vom Tod der Tochter des Ja\u00efrus. Was mag Ja\u00efrus wohl gedacht haben, als Jesus sich von der kranken Frau ber\u00fchren und hat aufhalten lassen? Schlie\u00dflich ging es doch um Leben und Tod seiner Tochter \u2013 die Zeit dr\u00e4ngte, jetzt ist es zu sp\u00e4t.<br \/>Jesus ist angesichts der Todesnachricht v\u00f6llig unbeeindruckt und fordert heraus: Er verlangt von Ja\u00efrus angesichts seiner toten Tochter einen Glau-ben, der den Tod \u00fcberwindet: \u201eF\u00fcrchte dich nicht! Glaube nur!\u201c (Mk 5,36). Ob ich das k\u00f6nnte: Angesichts des Todes an das Leben glauben? \u201eTal\u00edta kum! \u2013 M\u00e4dchen steh auf! Steh auf zum Leben\u201c (vgl. Mk 5,41).<br \/>Gottesbegegnung macht heil \u2013 Gott begegnet mir. Er macht sich auf den Weg zur mir, wie zur Tochter des Ja\u00efrus. Manchmal braucht Gott l\u00e4nger, weil sich eben nicht alles um mich dreht; weil es noch zig andere Men-schen gibt, die auf eine heilsame Begegnung warten. Aber das ist meine Hoffnung, mein Glaube: Er kommt mir entgegen und will, dass ich lebe.<br \/>Gottesbegegnung macht heil \u2013 nur in den seltensten F\u00e4llen geschieht da-bei ein Wunder. Ich kann Gott nicht zum Eingreifen zwingen. Aber ich kann ihm begegnen; ich kann ihm entgegengehen; ich kann ihm mein Leid klagen wie Ja\u00efrus. Die Begegnung mit Jesus ber\u00fchrt. Die Begeg-nung ver\u00e4ndert mich. Sie l\u00e4sst mich durchhalten auch in Jahren des am eigenen K\u00f6rper erlebten Leids oder des Leids, das ich in meiner Familie oder im Bekanntenkreis erfahre. Ich kann aus der Begegnung mit Jesus gest\u00e4rkt hervorgehen, neue Lebenskraft erhalten: das ist das Wunder.<br \/>Gottesbegegnung macht heil \u2013 oft begegnet mir Gott im Mitmenschen, der mir unerkannt zur Seite steht. Es mir tut gut, dass mir einer zuh\u00f6rt, dass eine mit mir geht ins Haus meiner Sorge, dass mich einer unter-st\u00fctzt \u2013 oft ist schon das ein Wunder in unserer Gesellschaft. AMEN.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Weis 1,13-15; 2,23-24 + Mk 5,21-43 Liebe Schwestern und Br\u00fcder, liebe Kinder und Jugendliche! Zw\u00f6lf JahreZw\u00f6lf Jahre \u2013 lange her, dass ich so alt war. 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