{"id":2684,"date":"2020-10-15T21:22:57","date_gmt":"2020-10-15T21:22:57","guid":{"rendered":"https:\/\/www.st-franziskus-schwarzenbach-saale.de\/?p=2684"},"modified":"2021-07-10T15:23:35","modified_gmt":"2021-07-10T15:23:35","slug":"predigt-28-so-i-jk-a","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.st-franziskus-schwarzenbach-saale.de\/?p=2684","title":{"rendered":"PREDIGT 28. So. i. JK (A)"},"content":{"rendered":"\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Jes 25,6-10a + Mt 22,1-14<\/strong><\/p>\n<p>Liebe Schwestern und Br\u00fcder, liebe Kinder, liebe Jugendliche!<br \/>Eingeladen sein! Wer m\u00f6chte das nicht! Zu einem Fest erwartet zu werden, ist sch\u00f6n. Aber man kann die Einladung ausschlagen und sich selbst des Festes berauben \u2013 in Zeiten von Corona ist alles ganz anders: es gibt Menschen, die unbedingt feiern wollen, \u2013 und es gibt Menschen, die auf Abstand bleiben \u2013 oder die ihr Fest verschieben (m\u00fcssen).<br \/>Auch im heutigen Evangelium: Eine besondere, eine k\u00f6nigliche Einla-dung \u201eKommt zur Hochzeit\u201c (Mt 22,4). Eine Hochzeit zu der eingeladen ist, was Rang und Namen hat \u2013 ein gro\u00dfes Fest mit festlichem Essen; so k\u00f6nnte das Evangelium und die Predigt enden; traumhaft sch\u00f6n, eine M\u00e4rchenhochzeit \u2013 aber so endet das Evangelium nicht; kein happy end.<br \/>Trotz wiederholter Einladung nicht nur Ignoranz, sondern sogar gewaltt\u00e4ti-ges Wehren gegen diese Einladung zum Hochzeitsmahl: die G\u00e4ste kommen nicht, sie hatten Wichtigeres zu tun; ja sie sagen nicht einmal ab und brin-gen sogar die Hochzeitslader um\u2026 \u2013 keine Hoch-Zeit, sondern Tiefpunkt in der Vorbereitung eines Festes \u2013 da vergeht einem die Vorfreude besonders als Gastgeber.<br \/>Ein zweiter Versuch: \u201eLadet alle, die ihr trefft, zur [k\u00f6niglichen] Hoch-zeit ein\u201c (Mt 22,9). Auch wildfremde Menschen sollen kommen, Men-schen ohne Titel, ohne gro\u00dfen Namen, ohne Einfluss, Menschen vom Rand der Gesellschaft, von der Stra\u00dfe. Diese Menschen freuen sich; alle sind eingeladen, \u201eB\u00f6se und Gute\u201c (Mt 22,10) \u2013 jede und jeder, ohne Vor-bedingungen; der Hochzeitssaal ist gef\u00fcllt mit G\u00e4sten; was f\u00fcr eine gute Froh-Botschaft \u2013 aber so endet das Evangelium nicht, sondern nur die Kurzfassung \u2013 das Hochzeitsfest und die Botschaft gehen weiter:<br \/>Nicht nur der volle Saal ist dem einladenden und gro\u00dfz\u00fcgigen K\u00f6nig wichtig: das Fest soll auch sch\u00f6n sein \u2013 die G\u00e4ste sollen mit einem Fest-gewand kommen und ihrer Freude an der Hochzeit Ausdruck verleihen. Und dann der Rauswurf, weil einer nicht entsprechend gekleidet ist: Ich stelle mir einen Bettler von der Stra\u00dfenecke vor, oder einen Obdachlo-sen, der unter einer Br\u00fccke oder in einem Park sein Quartier aufgeschla-gen hat \u2013 wie sein Festgewand wohl aussehen w\u00fcrde, ob er nicht das tra-gen w\u00fcrde und m\u00fcsste, was er immer anhat \u2013 eben weil es nichts anderes zum Anziehen hat, schon gar kein Festgewand? Ist sie da nicht wieder die Zwei-Klassen-Gesellschaft? Sind Arme und Benachteiligte da nicht von vornherein ausgeschlossen trotz der Einladung an alle? Ist die be-dingungslose Einladung nicht doch an Bedingungen gekn\u00fcpft?<br \/>Schauen wir auf uns: Wir alle sind eingeladen zum Fest des Glaubens, zur Feier der k\u00f6niglichen Hochzeit \u2013 ja durch die Taufe haben wir schon die Eintrittskarte gel\u00f6st; wir sind dabei! Aber es ist ein Irrtum, als \u201eGeladener\u201c,<br \/>als Christ, nichts mehr tun zu m\u00fcssen, nach dem Motto mir geh\u00f6rt bzw. ich besitze das Gottesreich ja schon. Wozu mich da noch anstrengen? Wozu mich besonders f\u00fcr die Begegnung mit Gott vorbereiten?<br \/>Ich kann mich entscheiden \u2013 in aller Freiheit. Ich kann der Hochzeit, dem Fest des gelebten Glaubens fernbleiben, wie die \u201eErstgeladenen\u201c im Evan-gelium: ich kann mich dem Glauben verweigern; ich kann die Einladung Gottes links liegen lassen, sie ablehnen oder sogar die, die sie annehmen, bek\u00e4mpfen. Aber die Folgen dieser Ablehnung fallen auf mich zur\u00fcck \u2013 das wollen wir heutzutage nicht (gern) h\u00f6ren, aber es ist so.<br \/>Die \u201eErsatzg\u00e4ste\u201c bestehen aus \u201eB\u00f6sen und Guten\u201c (Mt 22,10) aus Menschen wie du und ich \u2013 das ist mehr als erwartbar war, das ist Gnade. Aber ich bin gefordert auch eine Antwort auf dieses gnadenhafte Handeln zu geben: Er-weise dich der Erw\u00e4hlung als Gast als w\u00fcrdig und tu das dir M\u00f6gliche \u2013 das M\u00f6gliche: der Bettler ist \u2013 mit einem L\u00e4cheln\/Freudestrahlen bekleidet \u2013 vielleicht im w\u00fcrdigsten Festgewand zur Hochzeit gekommen\u2026<br \/>Ich w\u00fcnsche mir und uns, dass wir beim heutigen Evangelium, das sicher auch eine Mahnung ist, die Freude angesichts der Einladung nicht aus dem Blick verlieren \u2013 Frohbotschaft statt Drohbotschaft: Wir alle sind von Gott eingeladen. Erweisen wir uns der Einladung w\u00fcrdig und machen wir das Beste daraus. Legen wir die sorgenvollen \u201eAlltagskleider\u201c ab; vielleicht gen\u00fcgt schon ein L\u00e4cheln als Gewand f\u00fcr diese Hoch-Zeit, das zeigt, dass wir uns auf diese Begegnung mit Gott freuen. AMEN.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jes 25,6-10a + Mt 22,1-14 Liebe Schwestern und Br\u00fcder, liebe Kinder, liebe Jugendliche!Eingeladen sein! Wer m\u00f6chte das nicht! Zu einem Fest erwartet zu werden, ist sch\u00f6n. 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