{"id":2666,"date":"2020-09-22T17:30:09","date_gmt":"2020-09-22T17:30:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.st-franziskus-schwarzenbach-saale.de\/?p=2666"},"modified":"2021-07-10T15:25:09","modified_gmt":"2021-07-10T15:25:09","slug":"predigt-25-so-i-jk-a","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.st-franziskus-schwarzenbach-saale.de\/?p=2666","title":{"rendered":"PREDIGT 25. So. i. JK (A)"},"content":{"rendered":"\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Jes 55,6-9 + Mt 20,1-16a<\/strong><\/p>\n<p>Liebe Schwestern und Br\u00fcder, liebe Kinder und Jugendliche!<br \/>\u201eBerufswahl \u2013 leicht gemacht\u201c. Diese Beilage fand ich am Samstag in der Wochenendausgabe der Frankenpost. Auszubildende und Arbeiter drin-gend gesucht \u2013 noch f\u00fcr dieses Ausbildungsjahr, oder schon f\u00fcr 2021.<br \/>Gesucht hat auch der Gutbesitzer im heutigen Evangelium. Gott will Arbei-ter f\u00fcr seinen Weinberg und geht auf die Suche \u2013 immer wieder: fr\u00fch am Morgen, um die dritte Stunde, um die sechste und neunte Stunde, ja sogar um die elfte Stunde \u2013 also kurz vor Tagesende. Gott ist immer auf der Su-che. Er sucht und ruft Menschen in der Fr\u00fche des Lebens, aber auch als Sp\u00e4tberufene. Doch heutzutage findet er nur selten Menschen, die bereit sind, im Weinberg des Herrn zu arbeiten \u2013 und das nicht nur f\u00fcr einen Tag. Zwei waren bereit: Heute\/gestern war Diakonenweihe im Bamberger Dom \u2013 immerhin zwei. Wenn man auf die n\u00e4chsten Jahre blickt, sieht es nicht besser aus: die zahlenm\u00e4\u00dfig starken Weihejahrg\u00e4nge, die jetzt in den wohl-verdienten Ruhestand gehen, k\u00f6nnen die wenigen nicht ersetzten. Der Priestermangel ist l\u00e4ngst bei uns angekommen; ebenso der Mangel an Or-densberufungen, an pastoralen Berufen und auch der Mangel an Gl\u00e4ubigen.<br \/>Ein Blick ins Matth\u00e4usevangelium zeigt, dass Jesus diese, unsere heuti-ge Situation des Mitarbeitermangels nicht fremd ist. Bei Matth\u00e4us ist im neunten Kapitel zu lesen: \u201eAls [Jesus] die vielen Menschen sah, hatte er Mitleid mit ihnen; denn sie waren m\u00fcde und ersch\u00f6pft wie Schafe, die keinen Hirten haben. Da sagte er zu seinen J\u00fcngern: Die Ernte ist gro\u00df, aber es gibt nur wenig Arbeiter\u201c (Mt 9,36-37).<br \/>Im heutigen Evangelium ist dagegen auf den zweiten Blick von einer Mitarbeiter-F\u00fclle die Rede. Im Weinberg des Herrn gibt es viel zu tun, und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter reichen (zun\u00e4chst) nicht aus. Immer wieder findet der Gutsbesitzer neue Arbeitskr\u00e4fte, weil er sie an-spricht. Diese Menschen warten darauf: \u201eNiemand hat uns angeworben\u201c (Mt 20,7), sagen sie \u2013 oder ins Heute \u00fcbersetzt: niemand hat uns gewollt; niemand hat uns gefragt; niemand hat uns um unsere Mitarbeit gebeten.<br \/>Um Mitarbeit bitten \u2013 f\u00fcr Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beten \u2013 bei-des geh\u00f6rt zusammen: Gebet f\u00fcr Menschen und Bitten um ihre Mitarbeit.<br \/>&#8211; Zum einen das Gebet: \u201eBittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter f\u00fcr seine Ernte auszusenden\u201c (Mt 9,38). Das Gebet um geistliche Berufe, um Ge-meinde- und Pastoralreferenten, um Ordens- und Priesterberufungen ist wichtig \u2013 ebenso das begleitende Gebet f\u00fcr alle, die sich haupt- und ehren-amtlich in unseren Pfarreien und Gemeinden engagieren. Danke daf\u00fcr!<br \/>&#8211; Zum anderen die Bitte um Mitarbeit: Es ist wichtig, dass Sie und ich in Zukunft verst\u00e4rkt Menschen ansprechen \u2013 nicht die, die schon viel ma-chen, sondern andere und neue. Wir wollen sie fragen, ob sie in der Pfarrei mit ihren vielf\u00e4ltigen Aufgaben mitarbeiten wollen, ob sie ihre<br \/>Begabungen und Talente einbringen wollen: als Ehrenamtliche f\u00fcr eine bestimmte Zeit in der Woche oder am Tag: vielleicht nur eine Stunde, wie die Arbeiter der letzten Stunde im Evangelium \u2013 vielleicht h\u00f6rt die eine oder der andere Gottes Ruf, einen pastoralen Beruf zu ergreifen.<br \/>Was habe ich davon, wenn ich zur Mitarbeit bereit bin? Die Arbeiter im Evangelium erhalten \u201eeinen Denar\u201c \u2013 aber was ist das schon? In der da-maligen Zeit sicherte \u201eein Denar\u201c das \u00dcberleben einer Familie f\u00fcr einen Tag. Wenn also der Gutsbesitzer jedem Arbeiter \u2013 egal ob dieser kurz oder lang da war \u2013 einen Denar zahlt, gibt er jedem das, was er zum Le-ben und \u00dcberleben braucht \u2013 ganz unabh\u00e4ngig von seiner Leistung.<br \/>Wenn Menschen also in unseren Pfarreien mitarbeiten als Erntehelfer im Weinberg des Herrn \u2013 jede und jeder so wie er kann \u2013 dann schenkt Gott allen den vollen Lohn, ganz egal wer wir sind und was wir tun. Lohn, der zum Leben reicht \u2013 bedingungsloses Grundeinkommen, so w\u00fcrde man das in heutiger Sprache nennen. \u201eUngerecht\u201c oder \u201ewas f\u00fcr Faule\u201c, sagen manche \u2013 aber so ist es nicht gemeint. Es ist ein Auskommen f\u00fcr alle, die nicht mehr leisten k\u00f6nnen. Gott ist unser Grundauskommen \u2013 durch ihn haben wir alles, was wir zum Leben brauchen: Gott allein gen\u00fcgt, bringt es Theresa von Avila auf den Punkt. Er wendet unsere Not. Wir brauchen nicht zu murren, sondern d\u00fcrfen uns freuen, dass Gott sich nach unseren menschlichen Ma\u00dfst\u00e4ben und zu unseren Gunsten verrechnet. Gott kann nicht rechnen, sagt die Heilige Therese von Lisieux. Gott rechnet anders \u2013 Gott sei Dank! Er rechnet mit jeder und jedem von uns! AMEN.<\/p>\n<p>Liedlink: Vertraut den neuen Wegen (&#8230; aus dem Bamberger Dom &#8230;): <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=SCRTdbH1VOM\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=SCRTdbH1VOM<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jes 55,6-9 + Mt 20,1-16a Liebe Schwestern und Br\u00fcder, liebe Kinder und Jugendliche!\u201eBerufswahl \u2013 leicht gemacht\u201c. Diese Beilage fand ich am Samstag in der Wochenendausgabe der Frankenpost. Auszubildende und Arbeiter drin-gend gesucht \u2013 noch f\u00fcr dieses Ausbildungsjahr, oder schon f\u00fcr 2021.Gesucht hat auch der Gutbesitzer im heutigen Evangelium. 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