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PFARR-, PILGER- UND STUDIENFAHRT - UNGARN 2005

Ungarn - das Land der Magyaren...

...war in diesem Jahr das Ziel der Sankt Franziskus Gemeinde. Auf der Hinreise besuchten wir das Kloster Pannon Halma, welches zum Weltkulturerbe Ungarns zählt. Das Kloster wurde im Jahre 996 gegründet und unterhält ein Gymnasium und Internat für 300 Schüler. Es hat auch eine Bibliothek mit über 100 000 Bücher. Gegen Abend sind wir in Budapest angekommen und haben im Hotel Ventura unsere Zimmer bezogen. Nach dem Abendessen sind wir alle nach einem langen Tag müde ins Bett gegangen.

Am zweiten Tag unserer Reise wurden wir von unserer Reiseführerin Anna Schubert begrüßt, einer Ungarin mit deutschen Namen. Sie hat uns Budapest von seiner schönsten Seite gezeigt, angefangen mit dem Gellertberg, von wo man eine wunderbare Sicht über Budapest hat. Die Donau mit ihren sieben Brücken, links Buda und rechts Pest oder Pescht, wie die Ungarn sagen. Dann ging es weiter zur Matthias- Kirche, der schönsten und berühmtesten kath. Kirche Ungarns. Von der Fischerbastei hat man einen herrlichen Blick zum Parlament. Dann sind wir über die Franz- Josef Brücke vorbei an den Markthallen zur St. Stefan- Basilika gefahren, die mit ihrer 96 Meter hohen Kuppel die größte Kirche in Budapest ist. Weiter ging es zum Heldenplatz, wo wir einen Fotostopp machten. Die Andrassy- Straße, die Pracht- und Einkaufsmeile weiter zum Parlament und den schönen alten Universitätsgebäuden, die Eindrücke waren sehr vielfältig. Der Nachmittag stand zur freien Verfügung, ein Besuch im Cafe Gerbaud ist ein "Muß", denn hier hat schon Kaiserin Sissi Kaffee getrunken. Bei einem Spaziergang durch die Fußgängerzone und Donaupromenade und bei einem Glas Rotwein konnten wir das herrliche Panorama genießen. Nach dem Abendessen war natürlich ein Besuch des nächtlichen Budapest fällig.

Ungarn 2005
Vor dem neuen Theater in Budapest entstand dieses
Erinnerungsfoto der Reisegruppe aus Schwarzenbach.

Am dritten Tag machten wir einen Ausflug zum Donauknie, Szentendre, Esztergom, einst Hauptstadt von Ungarn und Sitz des Erzbischofs. Der Dom mit seinen Nebengebäuden wurde im 19. Jahrhundert erbaut und sollte eine Kopie des Petersdoms in Rom werden. Von hier hat man eine schöne Sicht auf das Donauknie mit Blick in die Slowakei. In Szentendre, ein hübsches und mediterran anmutendes Städtchen, kauften wir unsere ersten Mitbringsel. Vorher feierten wir gemeinsam in einer Kirche einen Sonntags- Gottesdienst.

Am vierten Tag besuchten wir die Budaer Berge. Mit der Zahnradbahn sind wir auf ca. 500 Meter gefahren und haben von dort eine Wanderung unternommen. Eine kleine Andacht mit Gesang eines Mitgliedes unserer Gruppe bereicherte diesen Tag und wir haben den herrlichen Blick auf Budapest genossen. Mit der Seilbahn sind wir wieder zurück gefahren und Anna zeigte uns voller Stolz das neue Nationaltheater und das Haus der Künste. Beide Häuser stehen in unmittelbarer Nähe und sind in moderner Architektur unweit des Donauufers gebaut. Der Nachmittag stand zur freien Verfügung, die Interessen gingen nun auseinander. Einige haben das berühmte Heilbad Gellert besucht, Budapest ist die Stadt der Heilbäder. Die Anderen zog es in die Markthallen; hier gab es eine Fülle von ungarischen Erzeugnissen zu bestaunen. Hartwurst, Tokajer, Paprika, Handarbeiten in ungarischer Folklore- kurzum, es war für jeden Geschmack etwas dabei. Am fünften Tag fuhren wir in die Puszta, das ist die Gegend zwischen Donau und Theiß und nach eineinhalb Stunden Fahrt haben wir in Kecskemet , der heimlichen Hauptstadt Ungarns, Halt gemacht. Bei einer interessanten Führung sahen wir einige Sehenswürdigkeiten der Stadt. Dann folgte die Weiterfahrt zum Gehöft Pongracz- Maierhof. Hier wurden wir von einem Reiter mit Peitschenknall empfangen, dazu gab es Barack, einen Aprikosenschnaps. Es ging weiter zur Vorführung der Tschikos die ihre Reitkünste zu Pferd zeigten und das alles -+ ohne Sattel. Eine Kutschfahrt durch die Puszta gehörte natürlich auch dazu. Anschließend gab es original ungarisches Essen mit Wein und Zigeunermusik, die Stimmung war famos. So endete wieder ein Tag an dem wir viel erlebt haben. Am sechsten Tag fuhren wir nach Gödöllö, dem Sissischloss. Das Schloss bekamen Kaiser Franz Josef und Kaiserin Sissi von den ungarischen Adeligen anlässlich ihrer Krönung in Ungarn geschenkt. Hier hat Sissi in Abständen neun Jahre ihres Lebens verbracht. Nach dem 2. Weltkrieg war das Schloss von den Russen besetzt, darunter hat die Einrichtung sehr gelitten, viele Möbel wurden beschädigt oder verbrannt. Seit 1990 wird es liebevoll restauriert und ist zum Teil in seinem ursprünglichen Zustand zu sehen. Anschließend haben wir die Wallfahrtskirche des Erbauers von Gödöllö, Anatol Krassalkovich besucht, in welcher er und seine Familie beigesetzt sind. Nach dem Mittagessen machten wir einen Spaziergang durch einen botanischen Garten, ganz in der Nähe von Budapest. Dieser Tag wird uns in Erinnerung bleiben, im Park wurde einem Mitglied unserer Gruppe die Handtasche gestohlen.

Am nächsten Tag war Balaton der Plattensee angesagt, flächenmäßig der größte See Europas aber nicht an Wasser. Er ist 17 Kilometer lang und an der breitesten Stelle 14 Kilometer, 197 Kilometer sind es, wenn man ihn umrundet. In Balatonfüred war unser erster Halt, das Wasser schimmert hier von hell- bis dunkeltürkis, aber zum Baden war es noch etwas zu kalt. Zum Mittagessen waren wir auf der Halbinsel Tihany. Es gab Fischsuppe eine besondere Spezialität und zum Nachtisch Palatschinken. Nächste Stationen waren Heviz und Keszthely. Hier machten wir im Schlosspark einen Spaziergang um das gute Mittagessen zu verdauen. Zum Abendessen in Balatonfüred wurden uns bei Czardasmusik folkloristische Tänze gezeigt. Das war ein langer Tag und wir sind ziemlich müde nach Budapest zurückgekehrt.

Am Freitag den achten Tag unserer Reise hatten wir den Vormittag zur freien Verfügung. Zeit für letzte Einkäufe und einen Spaziergang an der Donau mit dem herrlichen Panorama. Stadtschloss und Gellertberg, Fischerbastei, Kettenbrücke usw. Um 15 Uhr kam dann der Höhepunkt unseres Besuches; eine Führung im Parlament, das größte Bauwerk Ungarns. Es wurde in der Zeit von 1885-1904 im neugotischen Stil erbaut. Die Ausstattung ist sehr prachtvoll, alles mit Blattgold verziert, eine breite Treppe mit rotem Läufer führt in die obere Etage, von dort in einen Gesellschaftsraum der sehr pompös eingerichtet ist. Hier wünschte man sich auch Abgeordneter zu sein. Weiter ging es in den Kuppelsaal, dort waren die ungarischen Krönungsinsignien Krone, Zepter und Reichsapfel zu sehen. Von hier aus ging es in den Sitzungssaal, wo 386 Abgeordnete über die Geschicke Ungarns bestimmen. Nach dieser Führung machten wir noch einen Spaziergang zur Margareteninsel mit dem schönsten Park der Stadt. Es gab aber an diesem Tag noch einen zweiten Höhepunkt- eine Schifffahrt auf der nächtlichen Donau. Es war ein Traum, alle berühmten Gebäude waren angestrahlt, sämtliche Brücken wirkten wie eine über die Donau gespannte Perlenkette, es ist fast unbeschreiblich schön. Zum Abschluss dieses Abends gönnten wir uns noch einen Blick vom Gellertberg aus auf das nächtliche Budapest.

Der Abreisetag - alles geht einmal zu Ende und mit einem weinenden und einem lachenden Auge traten wir die Heimreise an. Es war wieder eine gelungene Fahrt und wir sagen den Verantwortlichen ein herzliches Dankeschön.

Herta Heuberer