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MULTIFUNKTIONSRAUM für katholische Sankt Franziskus Kirche geplant Vielen Bürgern von Schwarzenbach an der Saale ist sicher die "Jetzt red' i" - Sendung des Bayerischen Rundfunks noch in Erinnerung, welche in Schwarzenbach aufgezeichnet wurde und in der sich viele Einwohner der Saalestadt mit ihren Belangen zu Wort melden konnten. Damals hatte der Leiter des Seniorenkreises der kath. Gemeinde von Sankt Franziskus, Walter Findeis, den Stein ins Rollen gebracht.
Es ging um einen Treppenlift in den unteren Jugendraum der Sankt Franziskus Kirche, in dem sich die Senioren zu verschiedenen Veranstaltungen treffen. Dieser Jugendraum liegt im Untergeschoß des Kirchengebäudes. Da viele Teilnehmer dieser Veranstaltungen zum Teil gehbehindert oder gar an den Rollstuhl gebunden sind, ist ihnen die Teilnahme an den Treffen der Senioren meist nur unter größten Schwierigkeiten möglich oder gar verwehrt. "Wir müssen unsere Freunde jedes Mal über viele Treppen schleppen und da sich die Toiletten im oberen Bereich der Kirche befinden, wiederholt sich diese Prozedur im Verlaufe des Nachmittages des öfteren"---- betonte Walter Findeis. Da dieser Treppenlift aus Platzgründen nicht realisierbar ist, hat sich nun das Thema in Richtung "Erweiterung des oberen Jugendraumes" gedreht. Der Ministerialrat vom Bayerischen Sozialministerium gab diesen Projekt den Namen "Multifunktionsraum". Er schlug der kath. Gemeinde einen Workshop vor, an dem alle Gruppen und interessierte Gemeindemitglieder ihre Vorstellungen und Anregungen zu dieser Baumaßnahme einbringen können und der auch als Grundlage für eine Vorplanung bzw. Entwurfsplanung dienen soll. Hugo Philipp, Pfarrgemeinderatsvorsitzender der kath. Gemeinde Sankt Franziskus, konnte nun vor kurzem im unteren Jugendraum der Kirche 30 interessierte Damen und Herren, Vertreter von verschieden Gruppierungen der Gemeinde und Pfarrangehörige, zu diesem Workshop willkommen heißen.
In seiner kurzen Begrüßung bedankte sich Philipp bei den Anwesenden für deren Interesse an dieser Veranstaltung und für das Engagement, in dieser Kirche etwas zu bewegen. "Da uns Fördermittel als auch diverse Zuschüsse für dieses Projekt in Aussicht gestellt worden sind, sollten wir diese Chance nutzen, denn wenn wir diese jetzt verschlafen, wird dieses Vorhaben in weite Ferne rücken. Da wir die Sache mit dem Treppenlift streichen mußten, sollten wir bei der Verwirklichung des Projektes darauf achten, daß wir Nägel mit Köpfen machen. Wenn wir schon die Erweiterung des oberen Jugendraumes in Betracht ziehen, soll es schon etwas Besonderes werden. Um dieses Projekt auf die richtige Schiene zu bringen, wollen wir heute die verschiedenen Gesichtspunkte und Anregungen, sowohl von den Vertretern der einzelnen Gruppierungen als auch von den anwesenden Gemeindemitgliedern diskutieren, denn der neue Raum soll für alle Gruppierungen als auch für Veranstaltungen der Gemeinde dienen" ... stellte der Vorsitzende fest. Als Anhaltspunkte legte Philipp schon im Vorfeld die drei wichtigsten Kriterien für die Durchführung der Erweiterung fest und schrieb diese für jeden Teilnehmer gut lesbar auf große Transparente. Raumprogramm, Innenausstattung und Sonderbauteile waren die Stichpunkte, zu denen nun Einzelheiten aus den Reihen der Anwesenden gesammelt werden sollten. So wurde unter der Rubrik "Raumprogramm" neben anderen Anregungen auch ein Behinderten - WC und ein Werkraum genannt. Die Räumlichkeit des neuen Jugendraumes sollte nach Auffassung der Workshop-Teilnehmer eine Kapazität von 200 Sitzplätzen aufweisen und über eine Küche mit Vorratsraum sowie über eine Garderobe verfügen. Unter dem Punkt "Innenausstattung" waren die meisten Anregungen zu finden. Neben einer Lautsprecheranlage für größere Veranstaltungen, einem ausreichenden Schallschutz und einer variablen Bühne wurde auch eine stapelbare Bestuhlung angeregt. Eine Raumverdunkelung soll auch bei Tageslicht die Möglichkeit von Filmvorführungen garantieren und auch auf die Kindersicherheit, vor allem von Kleinkindern, soll bei der Einrichtung besonderer Wert gelegt werden. Eine Theke, die dem Raum eine besondere Note verleihen soll, wurde ebenso von den Anwesenden befürwortet wie eine teilweise Ausstattung des Raumes mit einer Fußbodenheizung. Letzterer Vorschlag wurde hauptsächlich von den Müttern mit Kleinkindern der Krabbelgruppe unterstützt. Aber auch bei anderen Veranstaltungen wäre eine Fußbodenheizung von großen Nutzen, so zB. von der Yoga-Gruppe, die ihre Übungen in diesem Raum machen könnte. Auch absperrbare Wandschränke für die einzelnen Gruppierungen wurden vorgeschlagen und im Hinblick auf die immer mehr fortschreitende Multimedia-Zukunft sollte nach Ansicht der jüngeren Workshop-Teilnehmer auch der Anschluß von PC's mit Internetzugang vorgesehen werden. Der letzte Diskussionspunkt befaßte sich mit dem Kriterium Sonderbauteile. Hier wurde eine Klimaanlage, ein Sonnenschutz und ein Getränkeautomat angesprochen. Eine Rückgewinnungsanlage für anfallendes Regenwasser wurde ebenso lebhaft diskutiert wie eine Solar - oder Fotovoltaikanlage, deren Montage vielleicht schon in der Vorplanung berücksichtigt werden sollte. Ein Punkt, der von den Anwesenden sehr intensiv beleuchtet wurde, war die Frage nach den laufenden Kosten, die von der katholischen Gemeinde durch Eigenmittel getragen werden müssen. Gerade im Hinblick auf die Reinigung, nicht nur des neu entstehenden Raumes sondern auf die Putzarbeiten in dem gesamten Kirchengebäude, wurde von Hugo Philipp auf die bisherigen fleißigen Helferinnen und Helfer hingewiesen. Einmal im Monat greifen sie zu Eimer und Putzlappen und rücken dem Schmutz zu Leibe. "Aber diese ehrenamtlichen Damen und Herren werden halt auch nicht jünger und viele können einfach diese Arbeit nicht mehr machen. Es gibt aber auch keinen Nachwuchs und früher oder später werden wir diese Arbeiten fremdvergeben und natürlich auch bezahlen müssen"..... gab Philipp zu bedenken. "Sicherlich sind heute auch einige Wunschvorstellungen bezüglich der Ausstattung des neuen Raumes aufgeführt worden, die wir bestimmt nicht alle verwirklichen können. Hier spielt die Bezuschussung und die Bezahlbarkeit eine wichtige Rolle. Aber wir konnten heute wichtige Eckpunkte für die Vorplanung bzw. Entwurfsplanung sammeln"........ so Philipp weiter. Beachtenswert war die Tatsache, daß es während der gesamten Diskussion nur eine einzige skeptische Wortmeldung gab, bei der ein Anwesender die Frage in den Raum stellte: "Wozu dient der Bau und die Erweiterung eigentlich? In Schwarzenbach gibt es keine nennenswerte Industrie mehr und damit auch keine Arbeitsplätze. Die jungen Leute ziehen weg von hier und suchen ihr Glück in anderen Städten. Schwarzenbach ist eine sterbende Stadt und auch den Kirchen fehlt der Nachwuchs, man muß sich schon fragen, wem dieser Anbau eigentlich dienen soll". Dieser Ansicht trat der Vorsitzender des kath. Pfarrgemeinderates ganz energisch entgegen und forderte alle Anwesenden auf: "Wir müssen vorwärts denken und mit diesem Erweiterungsbau nicht nur in unserer Pfarrgemeinde sondern auch für die Bevölkerung von Schwarzenbach ein deutliches Zeichen der Zuversicht setzen. Auch wäre dieses Projekt eine attraktive Bereicherung für Schwarzenbach. Die Chance, die wir haben, sollten wir anpacken, also laßt sie uns auch anpacken"........ bekräftigte Philipp. Nach den Worten von Philipp sollte darauf geachtet werden, daß sich sowohl die räumliche Einteilung als auch der gesamte Anbau in das Gesamtarrangement des bestehenden Kirchengebäudes harmonisch einfügt und nicht als nachträgliches Stückwerk zur Geltung kommt. Philipp bedankte sich bei allen Anwesenden für deren Interesse an diesem Workshop und schloß die Veranstaltung mit den Worten: "Den ersten Schritt zur Verwirklichung unseres Vorhabens haben wir heute gemacht und ich würde mich freuen, wenn ich sie zu unserem nächsten Treffen, wenn es weiteres zu besprechen gibt, wieder begrüßen könnte." N. F. |
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