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SCHWIERIGE SITUATION GEMEINSAM MEISTERN Es war eher ein gegenseitiges Kennenlernen als eine gemeinsame Pfarrgemeinderats- Sitzung - das Treffen der beiden katholischen Pfarrgemeinderäte von Sankt Antonius aus Oberkotzau und den Damen und Herren des Pfarrgemeinderates Sankt Franziskus aus Schwarzenbach an der Saale. Beide Gemeinden verbindet seit 1. September diesen Jahres ein gemeinsames Schicksal, denn seit diesem Datum müssen sich die Oberkotzauer und die Schwarzenbacher Katholiken gemeinsam einen Pfarrer teilen. Pfarrer Joachim Cibura, der die Nachfolge von Pfarrer Reinhold Seidl übernommen hat, muss nicht nur zu den Gottesdienstzeiten zwischen den beiden Gemeinden pendeln. Auch zu den Sitzungen der jeweiligen Pfarrgemeinderäte, zu Gesprächen mit dem Kindergartenpersonal der beiden Gemeinden und nicht zuletzt zu den von ihm geforderten seelsorgerischen Tätigkeiten wird Pfarrer Cibura viel zwischen den beiden Städten unterwegs sein. Wohnen wird Pfarrer Joachim Cibura wie schon sein Vorgänger im Pfarrhaus von Sankt Franziskus in Schwarzenbach.
Begrüßt wurden die Räte beider Gemeinden von Herrn Hugo Philipp, Vorsitzender des Schwarzenbacher Pfarrgemeinderates, im Pfarrzentrum der Sankt Franziskus Kirche. In seinen Begrüßungsworten stellte Philipp nochmals die schwierige Situation beider Pfarreien dar. " Pfarrer Seidl veränderte sich nach Erlangen und zeitgleich verließ auch Pastoralreferent Norbert Jungkunz Ende August die Schwarzenbacher und ging als Betriebsseelsorger in die Nähe von Coburg. In Oberkotzau scheidet Pfarrer Franz Leipold altersbedingt aus dem aktiven Dienst als Seelsorger und Pfarrer der Gemeinde Sankt Antonius aus und viele Katholiken äußerten die Befürchtung, beide Gemeinden stehen nun alleine da." . . . erinnerte Philipp. " In dieser schier ausweglosen Situation war die Bereitschaft von Pfarrer Joachim Cibura sich für den Dienst in den beiden Gemeinden zu entschließen, eine wahre Erlösung für uns Schwarzenbacher und sicherlich auch für die Oberkotzauer." . . . mit diesen Worten bedankte sich Philipp nochmals auf das herzlichste bei Pfarrer Cibura. "Schon vor längerer Zeit wies Pfarrer Reinhold Seidl im Rahmen vergangener Sitzungen uns Pfarrgemeinderäte auf den gravierenden Priestermangel in der kath. Kirche hin. Auch die Tatsache, dass Pfarrer Franz Leipold in absehbarer Zeit seinen Dienst als Seelsorger und Pfarrer der kath. Gemeinde Sankt Antonius in Oberkotzau niederlegen wird, bekräftigte den Gedanken an nur einen Seelsorger für beide Gemeinden. Pfarrer Seidl impfte uns immer wieder diesen Gedanken in unsere Köpfe, ein Gedanke, der uns schneller als erwartet beschäftigen sollte." . . . so Philipp weiter. " Wir müssen mit dieser Situation einfach fertig werden, ob wir wollen oder nicht. Es soll niemandem etwas übergestülpt werden, wir sollten eher versuchen eine gegenseitige Ergänzung zu erzielen. Jede Gemeinde soll aber ihre eigene Identität behalten. Gemeinsame Unternehmungen und Aktivitäten der verschiedensten Gruppierungen der Gemeinden sind allerdings vorstellbar und könnten dem gemeinsamen Miteinander eigentlich nur dienen." . . . . so Philipp weiter. Rückblickend auf die Geschichte beider Gemeinden beschrieb Philipp das gegenseitige Verhältnis als unproblematisch. "Zu der Zeit, als die Schwarzenbacher Katholiken noch keine eigene Pfarrei waren und damals von Oberkotzau aus seelsorgerisch betreut wurden, war es ganz selbstverständlich, dass man sich gegenseitig zur Hand ging, wo es nötig war. Dass damals die Blaskapelle aus Schwarzenbach zur Fronleichnamsprozession in Oberkotzau spielte war ebenso kein Thema als das ein großes Kreuz bei Bedarf von Oberkotzau nach Schwarzenbach geholt wurde. Als im Jahre 19- die Schwarzenbacher Gemeinde zur selbstständigen Pfarrei erhoben wurde, schliefen die einst so engen Verbindungen nach Oberkotzau ein." . . . erinnerte sich Philipp. Nach einer meditativen Einstimmung durch Pfarrer Joachim Cibura stellten sich die anwesenden Damen und Herren gegenseitig vor und schnell war eine freundliche und kollegiale Stimmung vorhanden.
Die Sitzordnung für diesen Abend war von Hugo Philipp so getroffen worden, dass die Pfarrgemeinderäte beider Gemeinden an Vierertischen "gewürfelt" saßen. Somit war ein besseres Kennenlernen ermöglicht. "Warum engagiere ich mich in meiner Pfarrei ?" und "Gemeinde ist für mich . . .?" ......... das waren zwei Fragen, welche von den Anwesenden in den jeweiligen Gruppen diskutiert und beantwortet werden sollten. Die vorgenommene Auswertung ergab die verschiedensten Antworten die aber alle den gleichen Sinn hatten und einen guten Grundstock für eine gute Zusammenarbeit beider Gemeinden bildeten. Im Anschluss wurden von Hugo Philipp verschiedene Feste ( so z.B. Allerheiligen, Weihnachten, Ostern) angesprochen, die bereits in wenigen Wochen vor der Tür stehen und für die noch die Gottesdienstzeiten festgelegt werden mussten. Auch in diesen Punkten zeigten sich die Mitglieder beider Pfarrgemeinderäte kooperativ. Damit Pfarrer Joachim Cibura die jeweiligen Gottesdienste in den jeweiligen Gemeinden zelebrieren kann, war es notwendig, die in der Vergangenheit angestammten Gottesdienstzeiten zu versetzen. Da es die Räte aber verstanden, auch über dieses Thema ohne Vorbehalte zu sprechen, war auch für dieses Problem eine von allen Seiten akzeptable Lösung schnell gefunden. Am Ende dieses Abends dankte Pfarrer Cibura allen Anwesenden für ihre Mitarbeit und der Vorsitzende des Pfarrgemeinderates Sankt Antonius aus Oberkotzau, Josef Braun, bedankte sich bei den Schwarzenbächern für die Einladung zu diesem Gespräch und gab seinerseits der Hoffnung Ausdruck, die bevorstehende Zeit gemeinsam meistern zu können. Nach einem gemeinsamen "VATER UNSER" und dem Segen von Pfarrer Joachim Cibura begaben sich die Anwesenden auf den Nachhauseweg.
Begrüßten die Anwesenden beider Gremien: Pfarrgemeinderatsvorsitzender von St. Antonius Oberkotzau Josef Braun, Pfarrer Joachim Cibura und Pfarrgemeinderatsvorsitzender von St. Franziskus Hugo Philipp ( von links) Gemeinsame Diskussionen brachten die beiden Pfarreien näher. N. F. |
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