SCHWARZENBACHER STERNSINGER ERSINGEN RUND 11 000 EURO FÜR VERSCHIEDENE HILFSPROJEKTE

Aufgeteilt in mehreren Gruppen zogen Kinder und Jugendliche, verkleidet als Königinnen und Könige, mit ihren erwachsenen Begleitern an zwei Tagen durch die Straßen von Schwarzenbach und den eingemeindeten Ortsteilen. In Liedern und Sprüchen erzählten sie von der Geburt Jesu und auf Wunsch schrieben sie mit Kreide oder mit Aufklebern den alten Segenswunsch 20*C+M+B*18 an die Türen der Häuser. Dieser Segenswunsch heißt: Christus Mansionem Benedikat – Christus segne diese Wohnung. Die Sternsinger-Aktion 2018 stand in diesem Jahr unter dem Motto: „Gemeinsam gegen Kinderarbeit – in Indien und weltweit„ In einem Gottesdienst, verbunden mit einer Aussendungsfeier für die Sternsinger am zweiten Tag der Sternsinger-Aktion ging der Katholische Pfarrer Dieter Jung näher auf die Jugendlichen ein, die als Könige verkleidet an zwei Tagen die Familien in Schwarzenbach und in  den eingemeindeten Ortsteilen besuchten. „Liebe Sternsinger, liebe Schwestern und Brüder! Die Route ist berechnet. Diesen Satz höre ich immer am Ende der Ein-gabe in mein Navigationsgerät: Die Route ist berechnet. Ich habe mir mein Navi gekauft, nachdem ich mich einmal heillos verfahren hatte – eine geschlagene Stunde irrte ich umher, um den richtigen Weg zu fin-den. Mit Navi ist das viel einfacher: Die Route ist berechnet. Wie schön das klingt, das gibt Sicherheit bei mir unbekannten Wegstrecken und Zielen und Sicherheit auch bei Nacht oder bei unwegsamem Gelände. Die Route ist berechnet. Mein Navi gibt mir Sicherheit und die Gewissheit, dass ich auch wirklich dort ankomme, wo ich tatsächlich hin will. Die Route ist berechnet – und doch bleibt eine gewisse Skepsis, ob ich der liebreizenden Stimme wirklich vertrauen kann. Ganz sicher bin ich nicht und ich habe so meine Zweifel, denn ich kenne auch diese Nach-richten: In die Irre geleitet, Schwerlasttransporter stand im Wald oder: Navi wies falschen Weg – LKW steckte in historischem Stadttor fest. Trotz aller Technik, die in meinem Navi steckt, bleibt ein Restrisiko, ob die berechnete Route wirklich die richtige für mich und mein Auto ist. Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern auf-gehen sehen und sind gekommen, um ihm zu huldigen (Mt 2,2), so fragten die Sterndeuter aus dem Osten König Herodes in Jerusalem. Sie waren dem Stern bis ins Land Juda gefolgt. Es muss ein besonderer Stern gewesen sein, hell und klar – ein Stern, der etwas wichtiges ansagt, die Geburt eines großen Königs und das ganz ohne Worte – ein Stern, der den Weg weist durch die Wüste, durch Nacht und Gefahr – ein besonderer Stern, der als Wegweiser Gottes die Sterndeuter bis nach Jerusalem navigiert. Dann scheint für die Sterndeuter alles klar: ein Königskind wird im Königspalast geboren, dort wo seine Eltern wohnen. Doch der Stern bleibt nicht stehen, er zieht weiter. Route falsch berechnet?! Der Stern muss sich irren, sie sind doch schon am Ziel – zweifellos. Scheinbar doch nicht, wie die Sterndeuter feststellen mussten: Im königlichen Palast wusste selbst König Herodes nichts vom neugeborenen Königskind. Herodes gerät in Angst und Schrecken: Ein neuer König, ein Rivale. Herodes fürchtet um seine Königsmacht. So schickt er die Sterndeuter, um sorgfältig nach dem Kind zu suchen und zu berichten. Die orientierungslosen Sterndeuter brechen auf. Und sie finden den wegweisenden Stern. Der Stern, den sie hatten aufgehen sehen, zog vor ihnen her bis zu dem Ort, wo das Kind war; dort blieb er stehen. Als sie den Stern sahen, wurden sie von sehr großer Freude erfüllt. (Mt 2,9-10) Sie haben ihr Ziel erreicht. Das Ziel befindet sich genau vor ihnen: Das Ziel des Weges ist ein neugeborenes Kind in einem ärmlichen Stall. Dort wurde Gott Mensch, ein ärmlicher Mensch und doch ganz königlich. Die

Sterndeuter – wir sprechen heute von drei Königen – bringen diesem armen Kind ihre Schätze und Gaben: Gold, Weihrauch und Myrrhe. Die Route ist berechnet. Als Dreikönige habt Ihr eure Route hier im Ort. Ihr habt einen Stern dabei und der Stern bleibt nicht stehen: Er zieht von Haus zu Haus, wohin ihr den Segen bringt und wo ihr Spenden sammelt. Die Route ist berechnet. Der Stern erinnert uns an den Sinn des Dreikönigssingens – an das Ziel, das es zu erreichen gilt. Der Stern bleibt nicht hier bei uns in Rehau, Oberkotzau oder in Schwarzenbach stehen. Er weist uns den Weg zu den Ärmsten der Armen – zu Kindern, die viel und hart arbeiten müssen, damit die Familie leben kann. Kinder, die ausgebeutet werden als Teppichknüpfer und Schmuckhersteller, beim Nähen von Fußbällen oder von Kleidungsstücken für uns hier in Europa. Kinder, die keine Schule besuchen können, die keine Möglichkeit haben zu lernen, weil sie arbeiten müssen. Kinder ohne Perspektive auf einen guten Beruf und ohne Chance der Armut zu entkommen. Für diese Kinder geht Ihr als Sternsinger auf die Straße und sammelt Spenden. Für diese Kinder, die in Armut leben, seid Ihr als Sternsinger ein Segen, da Ihr nicht nur den weihnachtlichen Segen in die Häuser bringt. Die Route ist berechnet. Das Sternsingen zeigt den richtigen Weg: Segen bringen, Segen sein. Den Ärmsten der Armen gelten unsere Gaben – Gaben für eine Welt ohne Hunger. Die Route ist berechnet. Das Ziel befindet sich noch in weiter Ferne. Doch durch einen großzügigen Griff in die Geldbörse rückt es in greifbare Nähe. AMEN“ Auch in diesem Jahr prägte der ökumenische Gedanke die Sternsingeraktion der kath. Gemeinde St. Franziskus. Von den vielen Sternsingern kamen viele Buben und Mädels aus der evangelischen Kirchengemeinde. Auf ihrem Weg durch die Straßen von Schwarzenbach und den eingemeindeten Ortsteilen konnten die einzelnen Sternsingergruppen bei zahlreichen Familien zum Mittagessen, Kaffeetrinken oder einfach nur zum Ausruhen einkehren. Weiterhin waren viele fleißige Helfer tätig, die im Hintergrund für ein gutes Gelingen der Sternsinger-Aktion in Schwarzenbach sorgten. An den Abenden trafen sich dann alle Sternsingergruppen zu einem gemeinsamen Abendessen im Pfarrzentrum der St. Franziskuskirche. Bis alle Gruppen eingetroffen waren, wurden an den einzelnen Tischen lebhaft Erlebnisse des vergangenen Tages ausgetauscht. Nach dem gemeinsamen Abendessen am zweiten Tag der Sternsinger-Aktion stand auch das vorläufige Sammelergebnis fest: Rund 11 000 Euro befanden sich in den Sammelbüchsen der Schwarzenbacher Sternsinger. Bevor die Mädchen und Buben ihren Heimweg antraten, bedankte sich Hermann Knoblich als Mitinitiator der Sternsingeraktion in Schwarzenbach an der Saale bei den Jugendlichen „Vielen Dank für euer Mittun und Mitsammeln. Wenn auch eure Wege oft weit und erschwerlich waren, ohne euch wäre diese Sternsingeraktion in Schwarzenbach gar nicht möglich gewesen. Vielen Dank auch an alle erwachsenen Begleiter, danke an alle Gastfamilien, danke an alle, die in irgendeiner Weise zum guten Gelingen der Schwarzenbacher Sternsinger-Aktion beigetragen haben. Die letzten Dankesworte gelten aber Gott, unserem Herrn. Er hielt seine schützende Hand über unsere Schwarzenbacher Sternsinger-Aktion, die ohne Zwischenfälle ein gutes Ende fand“ Am Ende der Sternsingeraktion teilte Knoblich noch wichtige Daten mit:  „Es waren 43 Sternsinger, am Donnerstag, den 04. Januar waren es 10 Gruppen und Samstag 11 Gruppen, damit waren es am Donnerstag und Samstag sogar wieder eine Gruppe mehr als letztes Jahr. Wir bitten um Verständnis dass wir nicht alle Häuser besuchen konnten. Spenden können aber auch nach der Aktion im Pfarrbüro abgegeben werden, dort kann man sich auch noch einen Aufkleber mit dem Schriftzug 20*C+M+B*18 abholen“ Ein gemeinsames Gebet unterstrich den Dank der Buben und Mädchen. Zum Schluss bekamen alle Sternsinger traditionsgemäß die aufgeteilten Süßigkeiten, die sie von den besuchten Bewohnern erhielten. Und ebenfalls nach alter Tradition teilten alle Kinder ihre Naschereien mit bedürftigen Kinderheimbewohnern in Karlsbad. In Kürze wird sich wieder eine Delegation der Schwarzenbacher Gemeinde Sankt Franziskus auf den Weg nach Karlsbad machen und die Leckereien, Kleidung und andere Spenden überbringen. Am Ende der diesjährigen Aktion, an der sich auch in diesem Jahr bundesweit viele Jugendliche beteiligten, waren sich viele Schwarzenbacher Sternsinger einig: „Nächstes Jahr machen wir wieder mit“.

Bildtext: Bei der Aussendungsfeier der Sternsingerschar in der Kath. St. Franziskuskirche waren auch die beiden Geistlichen Wolfram Lehmann von der evang. Gemeinde und Dieter Jung als Hausherr der kath. Gemeinde anwesend.

Foto: Hermann Knoblich